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Rekrutieren: Bedeutung, richtige Schreibweise („rekruitieren“?) und Beispiele – einfach erklärt

Rekrutieren oder rekruitieren? Hier finden Sie sofort die korrekte Schreibweise, einfache Definitionen und praxisnahe Beispiele für erfolgreiche Personalgewinnung in der Pflege.
Autor: Christian Wolfram
Gelernter Gesundheits- & Krankenpfleger, B.Sc. Psychologie und Gründer sowie Geschäftsführer bei Wolfram Digital.

Das Wichtigste am Anfang

Sie wollen wissen, was „rekrutieren“ bedeutet – oder Sie sind über „rekruitieren“ gestolpert. Beides klären wir hier sauber. Und ja: Wir gehen auch kurz in die Praxis, weil „rekrutieren“ im Alltag oft etwas ganz anderes meint als im Wörterbuch.

  • „Rekrutieren“ heißt: Menschen gewinnen/ergänzen. Und „sich rekrutieren“ heißt: sich aus etwas zusammensetzen. [1]
  • Richtig ist „rekrutieren“. „Rekruitieren“ ist ein häufiger Tippfehler. [1]
  • Im Recruiting-Kontext ist „rekrutieren“ ein Prozess. Nicht „eine Anzeige posten“. Sondern sichtbar werden, bewerben lassen, passend auswählen.
  • Wenn Sie in der Pflege rekrutieren: Die Guten sind oft nicht „auf Jobsuche“. Sie erreichen sie über Relevanz, Klarheit und einen schnellen Ablauf.
  • Wenn Sie nur eine Sache mitnehmen: Machen Sie aus Rekrutierung ein System – sonst wird’s Zufall.

Sie müssen nichts „studieren“. Sie brauchen Klartext – den bekommen Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

Sofort-Antwort: Was bedeutet „rekrutieren“?

„Rekrutieren“ bedeutet: Menschen für eine Gruppe/Organisation gewinnen oder zahlenmäßig ergänzen. Und als reflexive Form „sich rekrutieren“ heißt es: sich aus etwas zusammensetzen / aus einem bestimmten Bereich herkommen. [1]

„aus einem bestimmten Bereich herkommen, sich zusammensetzen“

Duden: „rekrutieren“ [1]

Sie können sich das so merken:

  • aktiv: „Wir rekrutieren Pflegefachkräfte.“ (= wir gewinnen/stellen zusammen)
  • reflexiv: „Das Team rekrutiert sich aus erfahrenen Kolleg:innen.“ (= es setzt sich zusammen)

„Sich rekrutieren“ – was heißt das genau?

Diese Form sieht man oft in Texten, weil sie sauber beschreibt, woher etwas „kommt“.

  • „Das Ensemble rekrutiert sich aus regionalen Musiker:innen.“
  • „Der Vorstand rekrutiert sich überwiegend aus Ehrenamtlichen.“
  • „Die Kundschaft rekrutiert sich aus Stammkunden.“

Warum ist das praktisch? Weil Sie damit in einem Satz erklären, wie etwas zusammengesetzt ist – ohne lange Umwege.

Richtige Schreibweise: „rekrutieren“ oder „rekruitieren“?

Korrekt ist: rekrutieren. [1] „Rekruitieren“ ist ein häufiger Tippfehler.

Warum passiert der Fehler so oft?

Weil viele im Kopf das englische recruit hören – und dann „i“ reinschmuggeln. Im Deutschen ist es aber klar: Re-KRU-tie-ren.

  • Merksatz: KRU wie „Crew“ – nur deutsch. Kein „kru-i“.
  • Falsche Varianten: rekruitieren, recrutieren, Rekrutirung (kommt immer wieder vor)

Und ja: Wenn das in einer Stellenanzeige steht, ist das kein Drama. Aber es ist ein Signal. Gerade in Berufen, in denen Vertrauen zählt.

Herkunft & Bedeutungswandel: vom Militär zur Personalarbeit

Historisch stammt „Rekrutierung“ aus dem Militär: neue Soldaten anwerben/einziehen. [2]

Heute ist das Wort längst im Alltag und in Unternehmen angekommen. Wenn HR „rekrutiert“, meint das meist schlicht: geeignete Menschen gewinnen – über Kanäle, Prozesse und Entscheidungen.

Wichtig: Das Wort ist nicht „nur Militär“. Der Ursprung erklärt es – aber die heutige Verwendung ist breiter. [2]

Rekrutieren vs. Recruiting vs. Rekrutierung vs. Personalbeschaffung

Viele werfen das in einen Topf. Für Klarheit (und bessere Texte) hilft eine saubere Trennung:

  • rekrutieren = die Handlung („Menschen gewinnen“)
  • Rekrutierung = der Prozess/Begriff („die Gewinnung von Personal“)
  • Recruiting = gängiger HR-/Marketing-Begriff (meist ähnlich wie Rekrutierung)
  • Personalbeschaffung = der betriebswirtschaftliche Begriff (neutral/technisch) [3]

Praxis-Übersetzung: Wenn jemand sagt „Wir müssen rekrutieren“, meint er selten das Wort. Er meint: „Uns fehlen Leute – und wir brauchen einen planbaren Weg, das zu lösen.“

Beispiele: So wird „rekrutieren“ korrekt verwendet

Hier sind Formulierungen, die Sie direkt übernehmen können – ohne komische HR-Sprache.

Alltag/Organisation

  • „Der Verein rekrutiert neue Mitglieder über Empfehlungen.“
  • „Das Team rekrutiert sich aus Kolleg:innen verschiedener Standorte.“

Unternehmen/HR

  • „Wir rekrutieren Pflegefachkräfte für den ambulanten Dienst.“
  • „Die Abteilung rekrutiert neue Mitarbeitende vor allem über interne Wechsel.“

Militärischer Kontext (historisch)

  • „Die Armee rekrutiert neue Soldaten.“ [2]

Rekrutieren im Recruiting-Alltag: Was Unternehmen wirklich meinen

Jetzt wird’s praktisch. Denn im Alltag passiert dieser Denkfehler ständig:

Viele setzen „rekrutieren“ gleich mit: „Stellenanzeige schalten“.

Das ist zu kurz gedacht. In der Realität ist Rekrutierung ein Prozess mit drei harten Engpässen:

  • Sichtbarkeit: Wer nimmt Sie überhaupt wahr?
  • Conversion: Wie leicht wird aus Interesse eine Bewerbung?
  • Auswahl: Wie filtern Sie passend – ohne sich totzutelefonieren?

Sichtbarkeit: Ohne die ist Rekrutierung Glück

Sie können ein top Arbeitgeber sein. Wenn Sie aber im Kopf nicht vorkommen, gibt’s keine Bewegung.

  • Was funktioniert: Wiedererkennung, Klartext, echte Einblicke statt Stockfotos.
  • Was nicht funktioniert: „Wir sind ein tolles Team“ ohne Beweis.

Conversion: Bewerbung so einfach, dass sie wirklich passiert

Gerade in der Pflege ist Zeit das knappste Gut. Wenn Sie kompliziert sind, verlieren Sie die Guten.

  • Mobil optimiert (kein PDF-Zirkus)
  • 60–90 Sekunden statt „Laden Sie bitte…“
  • Rückmeldung schnell (nicht „nächste Woche“)

Auswahl: Qualität statt Masse

Mehr Bewerbungen sind wertlos, wenn Sie am Ende nur sortieren.

  • Vorqualifizierung (2–4 klare Fragen)
  • Erwartungen transparent (Schicht, Einsatz, Dokumentation)
  • Nächster Schritt immer sofort (Termin, Hospitation, Rückruf)

Warum Rekrutieren in der Pflege ein Überlebensthema sein kann

Pflege ist nicht irgendein Markt. Pflege ist Versorgung. Und Versorgung hängt am Personal.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht regelmäßig Zahlen zur Pflegebedürftigkeit und zur Versorgungssituation in Deutschland. [4]

Und die Bundesagentur für Arbeit weist seit Jahren auf Engpässe in Pflegeberufen hin. [5]

Wenn Sie in der Pflege rekrutieren, geht es nicht um „Wachstum“. Es geht darum, Leistung überhaupt stabil erbringen zu können – ohne dass Teams dauerhaft am Limit laufen.

Qualität & Sicherheit: Staffing ist nicht „nice to have“

Es gibt Forschung, die Zusammenhänge zwischen Pflegepersonalausstattung/Qualifikation und Patientenergebnissen untersucht. Ein bekanntes Beispiel ist die RN4CAST-Forschung um Aiken und Kolleg:innen. [6]

In normalem Deutsch: Unterbesetzung ist nicht nur „unangenehm“. Sie kann Outcomes verschlechtern – und sie macht Teams kaputt.

Das, was niemand sonst sagt: Rekrutieren ist ein Aufmerksamkeitsproblem

Der häufigste Satz, den ich in der Pflege höre, lautet: „Der Markt ist leer.“

Meine Perspektive aus der Praxis: Der Markt ist selten „leer“. Er ist träge.

  • Viele gute Leute sind beschäftigt. Sie suchen nicht aktiv.
  • Viele sind müde. Sie wollen nicht „noch ein Wechselprojekt“.
  • Viele haben Misstrauen. Weil Recruiting oft nach Prospekt klingt.

Was heißt das konkret? Sie gewinnen nicht über Lautstärke. Sie gewinnen über Relevanz.

„Der Markt ist nicht leer – Sie sind unsichtbar“

Wenn Sie nur auf Jobportalen sind, erreichen Sie vor allem Menschen, die aktiv suchen. Das ist ein kleiner Teil.

  • Social setzt Wechselimpulse („Ich hab das gesehen…“).
  • Google fängt aktive Suche ab („Pflegejob + Stadt“).
  • Bewertungen sind das Vertrauensfundament (ohne das wird alles teurer).

Warum 08/15-„Wir suchen dich“-Anzeigen die falschen Signale senden

Wenn alles austauschbar ist, klicken die, die überall klicken. Das ist kein Vorwurf. Das ist Logik.

Wenn Sie Qualität wollen, müssen Sie spitz sein:

  • konkretes Dienstmodell statt „flexibel“
  • klare Grenzen beim Einspringen statt „familiär“
  • echte Einblicke statt Stockfoto
  • sauberer Prozess statt „meld dich einfach“

Synonyme & Begriffsklärung

Je nach Kontext können Sie „rekrutieren“ sinnvoll ersetzen – ohne holprige SEO-Sprache.

  • HR/Unternehmen: gewinnen, einstellen, Personal gewinnen
  • Organisation/Alltag: zusammentrommeln, organisieren (vorsichtig: wirkt umgangssprachlich)
  • „Sich rekrutieren“: bestehen aus, sich zusammensetzen

Wenn Sie Synonyme sauber brauchen, hilft die Duden-Synonymseite als Orientierung. [7]

Bonus: „Recruitment“ ist manchmal etwas ganz anderes

Wenn Sie „Recruitment“ googeln, landen Sie gelegentlich bei einem medizinisch/psychologischen Begriff (z. B. Psychoakustik). Das hat mit Personalgewinnung nichts zu tun. [8]

FAQ

Was bedeutet „Rekrutierung“?

„Rekrutierung“ bezeichnet den Prozess, Menschen zu gewinnen – historisch militärisch geprägt, heute auch im HR-Kontext gängig. [2]

Was bedeutet „sich rekrutieren“?

Es bedeutet: sich aus etwas zusammensetzen / aus einem bestimmten Bereich herkommen. [1]

Ist „rekruitieren“ korrekt?

Nein. Korrekt ist rekrutieren. [1]

Was ist ein „Rekrutierer“?

Ein Rekrutierer ist jemand, der rekrutiert – also Menschen gewinnt/zusammenstellt, z. B. im Personalwesen. [9]

Fazit

„Rekrutieren“ heißt: Menschen gewinnen. Und „sich rekrutieren“ heißt: sich aus etwas zusammensetzen. [1]

Wenn Sie es im Recruiting-Kontext nutzen, meinen Sie in Wahrheit ein System: Sichtbarkeit → Bewerbung → Auswahl.

Und in der Pflege gilt: Die Guten erreichen Sie nicht über Lautstärke. Sie erreichen sie über Relevanz, Klarheit und einen schnellen Prozess.

Quellen

  1. Duden – „rekrutieren“ (Bedeutung, Beispiele, Grammatik): Eintrag
  2. Wikipedia – Rekrutierung (Herkunft, Bedeutungen, Kontext): Artikel
  3. Wikipedia – Personalbeschaffung (Begriff/Abgrenzung): Artikel
  4. Destatis – Pflege (Überblick zu Pflegebedürftigkeit und Versorgung): Themenübersicht
  5. Bundesagentur für Arbeit – Fachkräfte/Engpässe (Pflegeberufe): Themen im Fokus: Berufe
  6. Aiken et al. (RN4CAST) – Zusammenhang Pflegebesetzung/Ausbildung und Outcomes: The Lancet Artikel
  7. Duden – Synonyme zu „rekrutieren“: Synonymseite
  8. Wikipedia – Recruitment (Begriff in anderem Kontext): Artikel
  9. Duden – „Rekrutierer“ (Begriff): Eintrag
Autor
Christian Wolfram
Gründer & Geschäftsführer bei Wolfram Digital
Christian Wolfram verbindet praktische Pflegeerfahrung mit fundierter psychologischer Expertise. Als gelernter Gesundheits- und Krankenpfleger und Absolvent der Psychologie (B.Sc.) kennt er die Engpässe der Branche genau.
Dieses Wissen nutzt er, um Pflegeunternehmen mit gezielten digitalen Strategien bei der Mitarbeitergewinnung und dem Aufbau einer starken Arbeitgebermarke zu unterstützen.
Er blickt auf langjährige Erfahrung im digitalen Recruiting (seit 2018) sowie Online-Marketing (seit 2015) zurück.