Alles auf einen Blick
Welche Marketingmaßnahmen passen zu Ihrem Pflegedienst? Die folgende Checkliste zeigt Ihnen 17 Möglichkeiten für die Patienten- und Mitarbeitergewinnung. Weiter unten erklären wir die Umsetzung mit konkreten Beispielen aus der Praxis.
Werbung und Marketing für Pflegedienste: Diese Maßnahmen kommen infrage
Marketing kann Ihren Pflegedienst bekannter machen und Vertrauen aufbauen. In der folgenden Checkliste unterscheiden wir zwei konkrete Ziele:
Neukundengewinnung: Neue Patienten oder Klienten gewinnen. Dabei sprechen Sie auch Angehörige an, die bei der Suche nach einem passenden Pflegedienst helfen.
Mitarbeitergewinnung, auch Recruiting genannt: Pflegekräfte und andere Mitarbeiter für Ihren Dienst gewinnen.
„Beide Ziele“ bedeutet: Die Maßnahme kann sowohl bei der Neukunden- als auch bei der Mitarbeitergewinnung helfen. Die konkrete Botschaft muss trotzdem zur jeweiligen Zielgruppe passen. Tippen Sie auf eine Maßnahme, um zur Anleitung zu springen.
Online: gefunden werden und gezielt Menschen ansprechen
Offline und über persönliche Kontakte: Beziehungen aufbauen
Ein Teamvideo kann beiden Zielgruppen helfen. Der nächste Schritt muss trotzdem eindeutig sein: Versorgung anfragen oder eine Stelle kennenlernen.
Die Häkchen gelten nur für diese geöffnete Seite und werden beim Neuladen zurückgesetzt.
Was bedeutet Marketing für Pflegedienste?
Marketing umfasst alle Maßnahmen, Ihren Dienst bekannt zu machen, Vertrauen aufzubauen und passende Patienten oder Mitarbeiter zu gewinnen oder grundsätzlich eine positive Beziehung zu Ihrem Unternehmen aufzubauen.
Werbung ist ein Teil davon. Ihre Webseite, Bewertungen und Kontakte zu Sozialdiensten gehören ebenfalls dazu.
Ich mache es simpel. Marketing hat in der Pflege zwei Hauptaufgaben.
- Patienten sollen erkennen, welche Hilfe Sie anbieten.
- Pflegekräfte sollen einen Grund finden, zu Ihnen zu wechseln.
Eine Angehörige fragt: „Können Sie meinem Vater helfen?“ Eine Pflegefachkraft fragt: „Wie sieht mein Arbeitsalltag bei Ihnen aus?“ Wer beiden denselben Text vorsetzt, macht es unnötig kompliziert.
Eine Kampagne bündelt mehrere Werbemaßnahmen für ein Ziel. Beispiel: Sie wollen Hauswirtschaftsanfragen gewinnen. Dafür bauen Sie eine passende Seite, schalten Anzeigen und legen fest, wer neue Anfragen beantwortet. Ein einzelner Instagram-Beitrag ist noch kein solcher Plan.
In der Regel ist Marketing mehrdimensionell und deckt mehrere Facetten ab. Es gibt sehr selten Kampagnen oder Strategien, die nur für sich alleine stehen. Beispielsweise benötigt man immer eine grundlegende Internetpräsenz (Webseite, Google Unternehmensprofil, Social-Media-Accounts) für eigentlich alle Maßnahmen. Kontakte zu verschiedenen Multiplikatoren wie beispielsweise Ärzten, Schulen o. Ä. sind ebenfalls immer sinnvoll, egal ob es sich um die Patientenakquise oder das Recruiting handelt.
Womit sollten Sie anfangen? Drei typische Situationen
Sie haben einen neuen Dienst und freie Kapazitäten
Zuerst Angebot, Gebiet und Kontakt auf der Webseite und im Google-Profil klären. Dann Google-Werbung und Kontakte zu passenden Praxen und Sozialdiensten aufbauen. Das wäre immer die Basisreichweite. Danach kommen andere Dinge wie Social-Media-Werbung, Banner/Flyer/Plakate oder Ähnliches dazu, aber die Basics müssen zuerst stehen.
Ihr etablierter Dienst braucht vor allem Mitarbeiter
Zuerst die konkrete Stelle und die Arbeitsbedingungen klären. Dann eine Stellenseite bauen und über Social-Media-Anzeigen, Stellenportale oder Empfehlungen Bewerber gewinnen. Eine Fachkraft für eine ambulante Tour braucht andere Informationen als eine Pflegekraft für die Intensivpflege-WG.
Wann bekommen Ihre Pflegekräfte den Dienstplan? Und wie oft wird er danach noch geändert? Wer mit verlässlicher Planung wirbt, sollte genau das erklären können. Ein schöner Satz in der Stellenanzeige ersetzt keine Regel im Betrieb.
Patientenwerbung stimmen Sie parallel mit der PDL ab. Zusätzliche Nachfrage ist kein Erfolg, wenn Sie jede Anfrage wegen Personalmangels ablehnen müssen.
Hier ist inzwischen Social Recruiting Mittel der Wahl. Der Pflegemarkt ist sehr stark umkämpft und das ist häufig die einzige funktionierende Möglichkeit, überhaupt noch Bewerbungen zu erhalten.
Sie wollen eine konkrete Intensivversorgung aufnehmen
Klären Sie zuerst: Geht es um eine Versorgung zu Hause oder einen Platz in einer WG? Welche fachlichen und personellen Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Wann wäre eine Aufnahme überhaupt möglich?
Eine WG-Seite braucht einen konkreten Standort, Einblicke in die Räume und einen verständlichen Aufnahmeweg. Bei häuslicher Intensivpflege stehen die Versorgungssituation, das Einsatzgebiet und die Voraussetzungen für den Teamaufbau stärker im Vordergrund.
Für eine WG können Suchanzeigen den Standort auffindbar machen, Videos die Räume erklären und Sozialdienste passende Anfragen vermitteln. Bei einer häuslichen Intensivversorgung braucht es zusätzlich einen realistischen Plan für den Aufbau des Teams. Für beide Versorgungsarten bietet sich ein Mix aus Google-Werbung, Social-Media-Werbung mit Kurzvideos und vor allem der Ausbau der Netzwerk-Kontakte wie Sozialdiensten an.
Patienten oder Personal: Wofür setzen Sie das nächste Budget ein?
Lassen Sie die PDL zwei Dinge benennen: Welche zusätzliche Versorgung ist mit dem vorhandenen Team möglich? Welche konkrete Stelle muss zuerst besetzt werden? Freie Stunden helfen nur, wenn Qualifikation, Einsatzzeit und Wege passen.
Danach setzen Sie das zusätzliche Budget ein. Nicht automatisch halb für Patienten und halb für Personal. Wenn die Aufnahme an einer Fachkraftstelle scheitert, gehört die zuerst in den Recruitingplan.
Webseite und Karriereseite: Antworten statt Floskeln
„Pflege mit Herz und Kompetenz.“ Schön. Aber fahren Sie auch in meinen Stadtteil? Bieten Sie die benötigte Hilfe an? Und wen kann ich anrufen?
Häufig scheitern Webseiten und Karriereseiten nicht nur an der modernen technischen Ausstattung (Stichwort Ladezeit, Responsiveness, Einstellungen für SEO oder KI-Optimierung etc.), sondern oft an authentischen und konkreten Einblicken. D. h. unserer Erfahrung nach kann man hier mit ehrlichen Einblicken über Fotos und Videos sowie konkreten Aussagen statt “Marketing-Blabla” extrem viel herausholen.
Praxisbeispiel Sorgenfrei: Bilder und Videos für den Webauftritt
Für den Pflegedienst Sorgenfrei haben wir die Webseite sowie auch Fotos und Videos erstellt. Schauen Sie sich die Sorgenfrei-Webseite an. Genau solche Inhalte gehören bei der Webseitenplanung mit auf den Tisch. Wer nur Texte und Farben plant, lässt einen wichtigen Teil liegen.
Authentische Einblicke von echten Personen sind hier immer Mittel der Wahl. Das gilt übrigens auch für die Werbung. Der schönste Imagefilm bringt Ihnen nichts, wenn der zu glatt gebügelt aussieht, sodass ihn keiner ernst nimmt. Dasselbe gilt auch für Webseiten. In Zeiten der KI können Sie sich ohne Probleme professionell wirkende Webseiten erstellen lassen, aber ob diese dann auch aus Marketinggesichtspunkten zu überzeugen wissen, das steht auf einem anderen Blatt.
Praxisbeispiel Timm: Ein Auftritt, zwei unterschiedliche Aufgaben
Bei Timm Pflege ging es zunächst darum, fachlich und menschlich passende Mitarbeiter zu gewinnen. Dazu kam die Gewinnung von Anfragen für die Senioren-WG. Zu unserer Arbeit gehörten Unternehmenswebseite, Karriereseite sowie Recruiting- und Werbevideos.
Daran lässt sich die Trennung gut erklären: Eine Pflegekraft will wissen, wie es sich bei Timm arbeitet. Ein Angehöriger interessiert sich für das Wohnen und die Versorgung in der WG. Derselbe Betrieb, aber zwei Entscheidungen.
Fotos und Videos lassen sich dort mehrfach nutzen, wo sie die jeweilige Frage beantworten. Der Kontaktweg bleibt getrennt. Eine WG-Anfrage darf nicht im Bewerbungsformular landen.
Hier können Sie sich Timm Pflege anschauen. Weitere konkrete Webseitenbeispiele von Apollo und Sorgenfrei zeigen wir im Patientenakquise-Guide. Die Timm-Projektbeschreibung erläutert unsere Arbeiten.
Weiteres Webseitenbeispiel: Apollo Pflegedienst
Handytest
Öffnen Sie die Seite selbst. Finden Sie Angebot und Gebiet ohne Suchen? Funktionieren Anruf und Formular? Landet die Nachricht beim zuständigen Büro? Genau das prüfen, bevor Sie Geld für Besucher ausgeben.
Für Bewerber braucht die Seite andere Antworten
Auf die Stellenseite gehören Beruf und Standort, Stundenumfang, Dienstzeiten, Gehalt oder Tarif, Einarbeitung und Ansprechpartner. „Flexible Arbeitszeiten“ reicht nicht. Erklären Sie, welche Dienste tatsächlich möglich sind und wie die Planung abläuft.
Die erste Kontaktaufnahme muss auch ohne fertige Bewerbungsmappe funktionieren. Fragen Sie nach Qualifikation, gewünschtem Stundenumfang und Erreichbarkeit. Zeugnisse können Sie anschließend gezielt anfordern.
„Gute Einarbeitung“: Was soll eine Pflegekraft damit anfangen?
Zeigen Sie, wie der Einstieg tatsächlich abläuft. Eine feste Ansprechperson bringt wenig, wenn sie im Dienstplan nie gemeinsam mit dem neuen Kollegen eingeteilt ist.
Blegen und ihr Forschungsteam untersuchten 2015 die Einarbeitungsbegleitung in 82 US-Krankenhäusern. In Häusern mit stärkerer Unterstützung blieben nach einem Jahr 86 Prozent der Berufseinsteiger beim Arbeitgeber, in Häusern mit schwächerer Unterstützung 80 Prozent. Zu stärkerer Unterstützung gehörten gemeinsame Schichten und Patienteneinsätze sowie Zeit für die Anleitung. Originalstudie: Blegen et al. (2015).
Das zeigt einen Zusammenhang, beweist aber nicht, dass eine einzelne Maßnahme die höhere Bindung verursacht hat. Untersucht wurden Berufseinsteiger in US-Krankenhäusern, keine deutschen ambulanten Pflegedienste.
Für Ihre Karriereseite lässt sich daraus eine konkrete Aufgabe ableiten: Nennen Sie die Einarbeitungsperson. Erklären Sie, wer bei den ersten Einsätzen begleitet, wie Aufgaben schrittweise übernommen werden und wann ein Rückmeldegespräch stattfindet. Das muss Ihr Dienst im Alltag natürlich auch leisten.
Hier trennt sich wirklich die Spreu vom Weizen. Je konkreter Sie werden, desto besser.
Praxistipp 1: Schreiben Sie auf der Webseite immer Vorteile und belegen Sie diese durch echte authentische Beispiele aus dem Alltag.
Praxistipp 2: Hier bieten sich extrem Videos an. Gerade im Smartphone-Zeitalter kann man sehr einfach authentische Mitarbeiterstimmen aufnehmen und den Einarbeitungsprozess oder den Arbeitsalltag vor Ort wunderbar lebendig beschreiben.
Google Unternehmensprofil: Lassen Sie Ihren Eintrag nicht verstauben
Das Google Unternehmensprofil ist Ihr Eintrag in Google und Google Maps. Interessenten sehen dort unter anderem Telefonnummer, Webseite, Fotos und Bewertungen.
Öffnen Sie Ihren Eintrag und prüfen Sie fünf Dinge: passende Kategorie, richtige Telefonnummer, aktuelle Erreichbarkeit, tatsächlich angebotene Leistungen und Einzugsgebiet. Ergänzen Sie Fotos vom Büro, Team und Eingang. Eine Familie soll erkennen, wen sie erreicht und wo Ihr Dienst arbeitet.
Ob Ihr Angebot zur Suche passt, wie nah Ihr Betrieb liegt und wie etabliert er online ist, beeinflusst die lokale Sichtbarkeit. Korrekte Angaben helfen. Die Entfernung zum Suchenden optimieren Sie damit nicht weg. Wer einen festen ersten Platz bei Google Maps garantiert, verspricht zu viel. Google erläutert die Faktoren.
Ein Google Unternehmensprofil ist eine sehr einfache Sache, die man in wenigen Minuten einrichten kann. Dennoch ist diese absolut essentiell für die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit vom eigenen Pflegedienst. Hier kann man Google-Bewertungen sammeln, eigene Fotos hochladen und auch davon profitieren, dass man bei Google Maps gefunden wird. Machen Sie das auf jeden Fall, selbst wenn Sie keine Webseite haben sollten.
Bitten Sie Patienten oder Angehörige um ehrliche Bewertungen. Keine Belohnung, keine Textvorlage, kein gezieltes Aussortieren unzufriedener Menschen. Eigene Mitarbeiter sollten Ihren Dienst bei Google nicht als vermeintlich unabhängige Kunden bewerten. Beschäftigungsverhältnisse können laut Google-Regeln einen Interessenkonflikt darstellen.
Zum Bitten um eine Bewertung reicht: „Wenn Sie Ihre Erfahrung teilen möchten, finden Sie hier unser Google-Profil.“ Geben Sie den direkten Bewertungslink weiter. Antworten Sie auf Kritik ohne Details zur Versorgung.
Praxistipp: Es gibt neben dem Google Unternehmensprofil natürlich noch viele weitere Webverzeichnisse, in die Sie Ihren Pflegedienst eintragen könnten (Stichwort „Gelbe Seiten“). Solche Branchenbücher, Webverzeichnisse oder Ähnliches sind in kurzer Zeit eingerichtet und bieten einige Vorteile für die Auffindbarkeit in den Suchmaschinen.
Google-Werbung: Schalten Sie Werbung, wenn Leute googeln
Google-Suchanzeigen erscheinen bei passenden Suchanfragen. D. h. jemand googelt “pflegedienst leipzig” oder “intensivpflege duisburg” und Sie können auf Google-Werbung schalten, um dann ganz oben zu erscheinen. So können Sie sehr zielgerichtet Besucher auf Ihre Webseite locken, die gerade in diesem Moment Bedarf nach Ihrer Dienstleistung haben. Sie zahlen für den Klick auf Ihre Anzeige. Der Besucher landet auf Ihrer Webseite und kann dort anrufen oder anfragen.
Suchbegriffe sind die Wörter, die jemand eingibt. Keywords legen fest, zu welchen Suchen Ihre Anzeigen passen sollen. Das ist nicht dasselbe: Prüfen Sie später auch die tatsächlich ausgelösten Suchbegriffe.
Kampagnenbeispiel: “Pflegedienst Leipzig”
Wie konkret die Nachfrage sein kann, zeigt Leipzig. In unserer KWFinder-Abfrage vom 16. Oktober 2026 wurden folgende durchschnittlichen monatlichen Suchvolumina ausgewiesen:
„pflegedienst leipzig“: rund 820 Suchanfragen pro Monat.
„ambulanter pflegedienst leipzig“: rund 180 Suchanfragen pro Monat.
„ambulante pflege leipzig“: rund 100 Suchanfragen pro Monat.
Die Abfrage war auf Deutschland und Deutsch eingestellt. Das sind geschätzte Suchanfragen, keine 820 unterschiedlichen Menschen und erst recht keine 820 neuen Patienten. Ähnliche Suchbegriffe können sich überschneiden. Deshalb addieren wir die Werte nicht einfach zu einem Kundenpotenzial.
Quelle: KWFinder-Abfrage für Leipzig
Für Ihren Dienst zählt dann: Wo können Sie tatsächlich versorgen? Gohlis und Plagwitz sind beispielsweise Stadtteile von Leipzig. Wer „Pflegedienst Leipzig Gohlis“ eingibt, grenzt seinen Bedarf schon räumlich ein. Solche Stadtteilbegriffe prüfen wir zusätzlich, auch wenn das ausgewiesene Suchvolumen klein ist.
Praktisch heißt das: Bewerben Sie die Leistungen und Gebiete, in denen Sie Anfragen annehmen können. Die Anzeige nennt das Angebot und den Ort. Die verlinkte Seite erklärt, welche Hilfe möglich ist, wo Sie versorgen und wie man Sie erreicht. Für jeden Stadtteil eine eigene Kampagne anzulegen, ist dafür nicht automatisch nötig.
Prüfen Sie nach dem Start, welche Suchanfragen tatsächlich Klicks auslösen. Suchen nach Jobs oder Ausbildung gehören beispielsweise nicht in eine Kampagne für neue Patienten. Erfassen Sie Anrufe und Anfragen über die Webseite und prüfen Sie anschließend, welche davon zu Ihrem Angebot und Ihren Touren passen. Sonst bezahlen Sie im Zweifel für Besucher, denen Sie gar nicht helfen können.
Werbung auf Facebook und Instagram: Zeigen Sie ein konkretes Angebot
Auf Facebook und Instagram können Sie auch Menschen erreichen, die gerade keinen Pflegedienst oder neuen Arbeitgeber suchen. Dafür müssen Sie ein verständliches Angebot zeigen. Ein Logo mit „Jetzt Kontakt aufnehmen“ erklärt zu wenig.
Kampagnenbeispiel: Intensivpflege zu Hause erklären
Ziel: Angehörigen erklären, unter welchen Voraussetzungen eine Versorgung zu Hause geprüft werden kann. Ein Video behandelt die Vorbereitung einer Entlassung. Ein zweites die Rückkehr aus einer WG nach Hause. Ein drittes den Wechsel des Pflegedienstes. Jedes Video beantwortet ein eigenes Anliegen.
So könnte das Entlassungsvideo aufgebaut sein: Eine Pflegefachperson beginnt mit „Intensivpflege nach der Reha: Was muss für die Versorgung zu Hause vorbereitet werden?“ Danach erklärt sie die Abstimmung mit dem Entlassmanagement, die Prüfung des Versorgungsbedarfs und den Aufbau eines passenden Teams. Am Ende steht die Einladung zu einem ersten Klärungsgespräch.
Die verlinkte Seite nennt das Einsatzgebiet und erklärt die Schritte bis zur möglichen Übernahme. Eine Anfrage ist zunächst eine Prüfung, keine Aufnahmezusage. Für eine WG wäre eine eigene Standortseite mit Räumen, Versorgung und Besichtigung der richtige Weg.
Wichtig: Eine Versorgungssituation im Inhalt anzusprechen bedeutet nicht, dass Sie Menschen mit diesem Gesundheitszustand einfach in der Werbeplattform auswählen können. Inhaltliche Ansprache und technische Zielgruppenauswahl sind unterschiedliche Dinge.
Beschreiben Sie im Anzeigentext Ihr Angebot, statt dem Betrachter einen Gesundheitszustand zuzuschreiben: „Intensivpflege zu Hause in Leipzig: So läuft der Start“ statt „Sind Sie pflegebedürftig?“. Prüfen Sie die Formulierung vor dem Start anhand der aktuellen Meta-Werbestandards.
Praxisbeispiel ProVent: Angehörige entlasten statt nur Intensivpflege bewerben
Im ProVent-Video „Intensivpflege-Manager“ spricht eine Mitarbeiterin direkt in die Kamera. Sie greift ein konkretes Problem auf: Angehörige müssen plötzlich Hilfsmittel, Verordnungen und die Versorgung zu Hause organisieren. Das Video erklärt, wobei der Dienst unterstützt. Die Aufnahme ist einfach, die Aussage klar. Es muss nicht jedes Mal ein Imagefilm sein.
Video ansehen: Intensivpflege-Manager
Ein zweites Beispiel ist das Anzeigenmotiv zum Versorgungswechsel. Die Überschrift lautet: „Der Pflegedienst ist da. Trotzdem schläft die Familie nicht“. Das Motiv spricht eine andere Situation an als die Entlassung aus der Klinik: Es gibt bereits eine Versorgung, aber sie trägt nicht verlässlich. Der nächste Schritt heißt deshalb „Wechsel diskret prüfen“.
Dazu gehört eine eigene Seite zum Versorgungswechsel. Eine Familie mit Problemen beim bisherigen Dienst hat andere Fragen als eine Familie, die gerade erstmals Intensivpflege organisiert. Genau deshalb sollten Anzeige und Zielseite dieselbe Situation behandeln. Alle Interessenten auf eine allgemeine Startseite zu schicken, verschenkt diese Vorarbeit.
ProVent-Seite zum Versorgungswechsel ansehen
Zwei weitere Bildanzeigen mit unterschiedlichen Anlässen
Kampagnenbeispiel: Pflegefachkraft für eine ambulante Tour gewinnen
Ziel: Gespräche mit qualifizierten Pflegefachkräften für den ausgeschriebenen Standort. Zeigen Sie in der Anzeige die Rolle, den Arbeitsort und einen konkreten Grund zum Wechseln.
Videoidee: Eine Pflegekraft zeigt den Tourenstart und erklärt ihre Einarbeitung. Die PDL ergänzt die tatsächlichen Dienstzeiten und den Stundenumfang der offenen Stelle. Der Abschluss lautet: „Lernen Sie unser Team kennen. Die Stelle und den Kontakt finden Sie hier.“
Testen Sie daneben eine zweite Anzeige, etwa ein Teamfoto mit der Stelle und dem Gehaltsrahmen. Vergleichen Sie erreichbare, fachlich passende Bewerber und geführte Gespräche. Mehr Likes sind kein Einstellungserfolg.
Nach dem Klick: Die Stellenseite nennt die Bedingungen vollständig. In der Kurzbewerbung fragen Sie Qualifikation, Stundenwunsch und Rückrufmöglichkeit ab. So kann das Büro Fachkraft- und Hilfskraftkontakte auseinanderhalten.
Praxisbeispiel Sorgenfrei: So sieht der Pflegejob tatsächlich aus
Für Pflegedienst Sorgenfrei haben wir Fotos und Videos vor Ort aufgenommen. Im Recruiting-Reel „Dein Job als Pflegefachkraft“ sieht man das Dienstfahrzeug, das Team und Ausschnitte aus der Arbeit. Dazu werden Einsatzorte, Aufgaben und das Stellenangebot erklärt. Wer sich bewirbt, soll vorher eine Vorstellung vom Job bekommen.
Video ansehen: Pflegefachkraft bei Sorgenfrei
Das passende Anzeigenmotiv bringt das Angebot auf einen Blick zusammen: „Deine Region. Dein Pflegejob.“ Darunter stehen Augsburg, Neusäß und Holzwinkel, die gesuchten Qualifikationen und 20 bis 30 Stunden pro Woche. Dazu ein echtes Foto am Dienstwagen. Das ist deutlich konkreter als „Wir suchen Verstärkung“ auf einem austauschbaren Stockfoto.
Was Sie davon übernehmen können: Machen Sie aus einem Fototermin mehrere Anzeigen. Ein Motiv stellt die Region vor, ein anderes das Team, ein drittes eine konkrete offene Stelle. Im Video erklären Mitarbeiter den Alltag dazu. Führen Sie Interessenten anschließend direkt auf die passende Karriereseite. Und wenn Sie Fachkräfte und Hilfskräfte ansprechen, unterscheiden Sie diese auch im Bewerbungsformular.
Karriereseite von Sorgenfrei ansehen
Praxisbeispiel Pflegetherapeutische Zentren: Erst die Besetzung, dann der Arbeitgeberauftritt
Bei den Pflegetherapeutischen Zentren hatten lokale Nachrichtenblätter für die Fachkräftesuche nicht mehr ausgereicht. In unserer Zusammenarbeit stand zunächst eine Social-Recruiting-Kampagne im Vordergrund. Anschließend wurde Bildmaterial aufgebaut, das den Betrieb als Arbeitgeber zeigt.
Der Personalbedarf bestimmte den ersten Schritt. Fotos und Videos wurden danach für den weiteren Arbeitgeberauftritt aufgebaut. Hier steht die Projektbeschreibung.
SEO und KI-Sichtbarkeit: Beantworten Sie echte Fragen
SEO bedeutet Suchmaschinenoptimierung. Sie verbessern Ihre Webseite so, dass Menschen sie über passende Suchanfragen finden können. Für Klicks auf normale Suchergebnisse zahlen Sie Google nichts. Gute Inhalte und die technische Pflege kosten trotzdem Arbeit.
Prüfen Sie zuerst Ihre Leistungsseiten. Wer „ambulante Pflege Leipzig“ sucht, braucht einen Anbieter mit Gebiet und Kontakt. Wer „Wie läuft der erste Termin mit einem Pflegedienst ab?“ fragt, braucht eine Erklärung. Schreiben Sie nicht für beide Suchen dieselbe Seite.
Ein konkreter Aufbau: Die Seite „Hauswirtschaft in Leipzig“ erklärt Tätigkeiten, Stadtteile, Kostenklärung und Anfrage. Ein verlinkter Ratgeber erklärt, welche Fragen Angehörige vor dem ersten Termin sammeln sollten. Die Leistungsseite bietet Hilfe an, der Ratgeber bereitet die Entscheidung vor.
Für eine eigene Gohlis-Seite brauchen Sie mehr als einen ausgetauschten Ortsnamen. Beschreiben Sie die tatsächliche Versorgung in diesem Leipziger Stadtteil, Leistungen und örtliche Ansprechpartner. Ob sich die Seite lohnt, prüfen Sie anhand der Suchanfragen und vorhandenen Ergebnisse.
Welche Fragen suchen Angehörige zur Intensivpflege?
Ein konkreter Blick in KWFinder: „Intensivpflege zu Hause“ wird mit rund 230 Suchanfragen pro Monat ausgewiesen, „Intensivpflege zu Hause Voraussetzungen“ mit rund 110. Das sind unterschiedliche Fragen. Wer nach Voraussetzungen sucht, braucht zunächst eine verständliche Erklärung. Wer einen Dienst sucht, braucht zusätzlich Einsatzgebiet, Leistungen und einen direkten Kontakt.
Und was ist GEO?
GEO steht für Generative Engine Optimization. Dabei geht es darum, in KI-generierten Antworten berücksichtigt zu werden.
Für Googles KI-Suche bleiben gute SEO-Grundlagen und hilfreiche eigene Inhalte relevant. Besondere KI-Dateien oder eine feste Wortzahl garantieren keine Erwähnung. Auch die technischen Voraussetzungen müssen stimmen. Die Grundlagen beschreibt Google selbst.
Ein Beispiel für eine hilfreiche Antwort: „Was passiert nach einer WG-Anfrage?“ Erklären Sie Erstgespräch, Prüfung der Versorgung, Besichtigung und Abstimmung des möglichen Starts. Nennen Sie den zuständigen Ansprechpartner. Das beantwortet mehr als „Wir begleiten Sie ganzheitlich“.
Für Recruiting gilt dasselbe: Eine Seite für „Pflegefachkraft in Leipzig“ braucht eine echte offene Stelle mit Bedingungen und Bewerbung. Unser Ratgeber zur Mitarbeitergewinnung vertieft den Aufbau.
Die Google Search Console zeigt auch Einblendungen Ihrer Seiten in generativen KI-Funktionen. Das hilft bei der Sichtbarkeitsprüfung, beweist aber noch keine Anfragen. Google beschreibt die zusätzlichen Berichte.
Organisches Social Media: Ihr Alltag liefert genug Stoff
Organische Beiträge veröffentlichen Sie ohne zusätzliches Werbebudget für die einzelne Ausspielung. Wie viele Menschen sie sehen, steht damit noch nicht fest.
Drei Beiträge, die Sie mit Ihrem Team vorbereiten können
1. Für Bewerber: Eine neue Kollegin beantwortet „Was hat dir in der ersten Woche geholfen?“ Zeigen Sie die zuständige Praxisanleitung oder Einarbeitungsperson. Verlinken Sie darunter die passende offene Stelle.
2. Für Angehörige: Der Ansprechpartner erklärt „Was passiert, wenn Sie bei uns anrufen?“ Zeigen Sie das Büro und erklären Sie die Rückmeldung. Verlinken Sie den Anfrageweg.
3. Für einen WG-Standort: Zeigen Sie ein freigegebenes Zimmer und den Gemeinschaftsbereich. Erklären Sie, welche Fragen bei einer Besichtigung geklärt werden. Nennen Sie den Kontakt für den Termin.
Legen Sie je Beitrag eine Person, einen Aufnahmetermin und einen Veröffentlichungstermin fest. Ein gutes Handy, verständlicher Ton und Untertitel reichen für viele Alltagseinblicke. Filmen Sie keine Patientendaten oder erkennbaren Menschen ohne passende Freigabe.
Praxisbeispiel Sorgenfrei: Den Pflegedienst im Video vorstellen
So kann ein Imagevideo einen Pflegedienst vorstellen: mit Menschen aus dem Team und Einblicken in die ambulante Pflege. Das Sorgenfrei-Beispiel zeigt, wie diese Inhalte zusammenwirken.
Praxisbeispiel Timm Pflege: Erst das Wohnkonzept erklären
Bei Timm Pflege ging es bei der Neukundengewinnung auch um Senioren-Wohngemeinschaften. Christian Timm beschreibt im Kundeninterview ein konkretes Problem: Interessenten verstanden das Wohnkonzept nicht. Deshalb entstand ein Film, der genau dieses Angebot erklärt.
Das ist eine andere Aufgabe als „Wir haben Zimmer frei“. Wer nicht versteht, wie das Wohnen funktioniert, kann kaum beurteilen, ob es zur eigenen Familie passt. Mehr Reichweite allein beantwortet diese Frage nicht.
Für Ihre WG-Seite heißt das: Zeigen Sie ein Zimmer und die Gemeinschaftsräume. Erklären Sie, wie der Alltag organisiert ist, welche Unterstützung Ihr Dienst tatsächlich übernimmt und wer Fragen zur Aufnahme beantwortet. Ein kurzer Rundgang mit der zuständigen Person macht das greifbarer als die nächste Behauptung über „Pflege mit Herz“.
Führen Sie anschließend zu einem konkreten nächsten Schritt: einer Besichtigung oder einem Gespräch zur möglichen Aufnahme. Im Kundeninterview erklärt Christian Timm den Hintergrund ab Minute 4:08. Aus dem Beispiel lässt sich keine feste Belegungsquote für andere Einrichtungen ableiten. Übertragbar ist die Frage: Was muss Ihre Zielgruppe erst verstehen, bevor sie überhaupt anfragt?
Praxisbeispiel Haus Alma: Vorbereiten lassen, vor Ort weiterführen
Bei Haus Alma im ländlichen Raum brachten herkömmliche Wege zur Personalgewinnung kaum Ergebnisse. Zum Start unserer Zusammenarbeit gehörten ein Recruitingvideodreh und ein Fotoshooting. Die laufende organische Social-Media-Arbeit übernahm anschließend eine Mitarbeiterin vor Ort. Bei Bedarf kamen kleinere Recruitingkampagnen zur Karriereseite hinzu.
Die sinnvolle Trennung dabei: Das Material für den Auftritt wird vorbereitet. Aktuelle Geschichten kommen aus dem Betrieb. Bezahlte Werbung wird gezielt ergänzt, wenn Personal gesucht wird. Hier ist das Projekt beschrieben.
Stellenportale und Arbeitgeberprofile: Machen Sie die Stelle greifbar
Eine brauchbare Stellenüberschrift lautet zum Beispiel „Pflegefachkraft (m/w/d) für ambulante Touren in Leipzig, Teilzeit“. Darunter stehen Stundenumfang, Dienste, Vergütung, Qualifikation und Einarbeitung. „Pflegekraft gesucht“ lässt offen, wer überhaupt gemeint ist.
Nennen Sie passende Berufsbezeichnungen: etwa Pflegefachfrau und Pflegefachmann, examinierter Altenpfleger oder Gesundheits- und Krankenpfleger. Die fachlich verantwortliche Leitung klärt, welche Abschlüsse für die Stelle infrage kommen.
Prüfen Sie beispielsweise die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit und ein kommerzielles Portal für Ihre Rolle und Region. Vergleichen Sie Preis, Laufzeit und Bewerbungsweg. Werten Sie je Portal aus, wie viele fachlich passende Personen tatsächlich ins Gespräch kommen.
Im Arbeitgeberprofil ergänzen Sie Teamfotos, Leitung und Arbeitsbedingungen. Dieselben Angaben müssen auf Ihrer eigenen Stellenseite stehen. Ein veraltetes Portalprofil und eine neue Karriereseite dürfen nicht zwei verschiedene Jobs versprechen.
Erfahrungen des Teams gehören auf dafür vorgesehene Arbeitgeberportale, nicht als vermeintliche Kundenbewertungen in Ihr Google-Profil. Antworten Sie auf Kritik sachlich. Vorgegebene Lobtexte helfen niemandem.
Google kann einzelne Stellenangebote in seiner Jobsuche anzeigen. Ihr Webseitenbetreuer kann dafür strukturierte Daten ergänzen, also Angaben im Hintergrund. Besetzte Stellen müssen aktuell bleiben. Die Darstellung ist nicht garantiert. Hier stehen Googles Vorgaben.
Sozialdienste, regionale Partner und Infotage: Kontakte pflegen
Ein Sozialdienst muss schnell erkennen, für welche Versorgung er Sie anrufen kann. Schicken Sie deshalb keine zehnseitige Imagebroschüre als einzige Information.
Schritt 1: Wählen Sie die Partner für Ihr Angebot. Bei ambulanten Touren beispielsweise örtliche Praxen und Beratungsstellen. Bei außerklinischer Intensivpflege zusätzlich passende Kliniken und Rehaeinrichtungen mit Entlassmanagement.
Schritt 2: Klären Sie den zuständigen Kontakt und die gewünschte Form der Vorstellung. Bereiten Sie eine Seite mit Leistung, Versorgungsgebiet, Aufnahmevoraussetzungen, Ansprechpartner und direkter Telefonnummer vor.
Schritt 3: Vereinbaren Sie, wie Sie Änderungen melden. Eine konkrete Nachricht könnte lauten: „In Leipzig-Gohlis können wir nach Prüfung zusätzliche Hauswirtschaftseinsätze übernehmen. Für die Klärung von Straße und Zeitfenster erreichen Sie unsere PDL unter …“ Nur verwenden, wenn diese Kapazität tatsächlich besteht.
Schritt 4: Notieren Sie Zuständigkeit, letzten Austausch und nächsten vereinbarten Kontakt. Fragen Sie bei neuen Anfragen nach der Herkunft. Eine volle Adressliste sagt nichts darüber, ob jemand Ihren Dienst bei einem passenden Fall auf dem Schirm hat.
Eine persönliche Widmung auf einer Broschüre kann den Kontakt ergänzen. Für eine WG bietet sich ein Besichtigungstermin mit fachlichem Ansprechpartner an. Briefbeispiel und weitere Ideen stehen im Patientenakquise-Guide.
Bieten Sie keine Vorteile als Gegenleistung für bevorzugte Patientenvermittlung an. Solche Absprachen können strafbar sein. Auch kleine Geschenke sind nicht pauschal unproblematisch. § 299b StGB beschreibt Bestechung im Gesundheitswesen.
Für Bewerber planen Sie einen eigenen Kennenlerntermin: kurze Vorstellung der offenen Stelle, Gespräch mit einer Pflegekraft und Fragen an die Leitung. Nennen Sie vorher Ort, Dauer, Ansprechpartner und Anmeldung. Eine allgemeine Hausführung ersetzt diese Informationen nicht.
Pflegeschulen und Ausbildung: Den Nachwuchs kennenlernen
Die generalistische Pflegeausbildung umfasst auch einen Pflichteinsatz in der ambulanten Pflege. Welche Einrichtungen dafür infrage kommen, regelt § 7 Pflegeberufegesetz.
Sprechen Sie mit Pflegeschulen und Ausbildungsträgern über mögliche Kooperationen. Was können Sie verlässlich anbieten: Praxiseinsätze, eine Vorstellung des ambulanten Arbeitsalltags oder betreute Einblicke? Praxisanleitung, Zuständigkeit und Zeit müssen dafür vorhanden sein.
Ein Praxiseinsatz ist auch ein Bewerbungsgespräch Ihres Betriebs. Wer begleitet die Auszubildenden? Werden Fragen ernst genommen? Was erleben sie auf der Tour? Darüber wird später in der Klasse gesprochen.
Führen Sie vor dem Ausbildungsende ein konkretes Gespräch über eine mögliche Übernahme. Welche Stelle, welcher Stundenumfang und welche Begleitung stehen bereit? Das ist Personalaufbau über längere Zeit, keine Lösung für die unbesetzte Tour in der nächsten Woche.
Flyer, Banner und lokale Medien: Erst die Botschaft, dann das Design
Ein Flyer erklärt ein Angebot zum Mitnehmen. Ein Banner muss im Vorbeigehen verstanden werden. Eine Zeitung kann einen regionalen Anlass bekannt machen. Deshalb gehört nicht auf jedes Format derselbe Text.
Für Sorgenfrei haben wir einen Faltflyer zur ambulanten Pflege erstellt. Für Löwenherz ein großformatiges Motiv, das zu einem Schnuppertag im Seniorenclub einlädt. Die Gestaltungsbeispiele zeigen wir im Patientenakquise-Guide.
So könnte ein Flyer aussehen: Vorne „Unterstützung im Haushalt in Leipzig-Gohlis“ und ein echtes Teamfoto. Innen die angebotenen Tätigkeiten, das Gebiet und die Kostenklärung. Hinten Ansprechpartner, gut lesbare Telefonnummer und ein QR-Code zur passenden Leistungsseite.
Verteilung: Stimmen Sie die Auslage mit Praxen, Apotheken oder Beratungsstellen ab. Notieren Sie Ort, zuständigen Kontakt und Nachfülltermin. Gedruckt ist nicht verteilt.
Recruitingflyer: Vorne die gesuchte Rolle und der Arbeitsort. Innen tatsächliche Dienstzeiten, Vergütung und ein Einblick ins Team. Der QR-Code führt direkt zur Stelle, nicht zur Startseite. Geben Sie ihn beispielsweise bei einem vereinbarten Schul- oder Kennenlerntermin mit.
Banner: Für einen Schnuppertag gehören Anlass, Datum, Ort und Kontakt drauf. Für eine Stellenkampagne Beruf, Arbeitsort und eine kurze Webadresse. Prüfen Sie die Lesbarkeit aus der Entfernung. Eine winzige Telefonnummer unter zwanzig Vorteilen hilft niemandem.
Fahrzeuge: Name, Leistungsangebot und Kontakt müssen im Vorbeifahren erkennbar sein. Für Recruiting kann ein eigener Hinweis auf offene Stellen dazukommen. Ein QR-Code ist nur hilfreich, wenn jemand Zeit und Gelegenheit zum Scannen hat.
Praxistipp: Flyer-Aktionen sind definitiv wertvoll. Viele halten sich aber zu lange am Design auf und vergessen das Verteilen. Hier kann man auf Angebote von spezialisierten Firmen zurückgreifen, Minijobber nutzen oder selbst mal aktiv werden. Häufig haben ambulante Pflegedienste ja ein “kleineres” Einzugsgebiet und gerade wenn man neu ist, kann man das für die eigenen Marketingzwecke auch mal selbst machen ;-) Schritte sammeln an der frischen Luft und gleichzeitig einen unmittelbaren Marketinggewinn für den Pflegedienst reinholen.
Zeitungsanzeige oder redaktioneller Bericht?
Bezahlte Anzeige: Lassen Sie sich Verbreitungsgebiet, Format, Preis und Erscheinungstermin nennen. Bewerben Sie einen Anlass, beispielsweise den WG-Besichtigungstag. Datum, Ort und Anmeldung gehören in die Anzeige.
Redaktioneller Bericht: Bieten Sie der Lokalredaktion eine tatsächliche Neuigkeit an, etwa eine WG-Eröffnung oder einen neuen Ausbildungsjahrgang. Liefern Sie die wichtigsten Fakten, ein freigegebenes Foto und einen Ansprechpartner für Rückfragen. Ob berichtet wird, entscheidet die Redaktion. Ein bezahlter PR-Beitrag muss als Werbung erkennbar sein.
Empfehlungen von Angehörigen und Mitarbeitern: Helfen Sie beim Weitergeben
Angehörige kennen oft nur die Leistung, die sie selbst nutzen. Erklären Sie bei passender Gelegenheit, wobei Ihr Dienst außerdem helfen kann. Eine Kontaktkarte oder ein teilbarer Webseitenlink erleichtert die Empfehlung.
Zum Beispiel: „Falls in Ihrem Umfeld jemand Unterstützung sucht, können Sie unsere Kontaktdaten gern weitergeben. Wir klären dann im Gespräch, ob wir helfen können.“
Das reicht. Machen Sie daraus keinen Verkaufsdruck in einer Versorgungssituation.
Fragen Sie bei neuen Kontakten, wie die Menschen auf Sie aufmerksam geworden sind. So werden auch Empfehlungen sichtbar, die keine Werbeplattform erfasst.
Auch das regelmäßige Erinnern von Bestandskunden oder Angehörigen ist hier extrem hilfreich. Zahlreiche Senioren kennen sich untereinander und tauschen sich logischerweise auch aus. Wenn Sie hin und wieder bei Ihren Pflegebesuchen oder Beratungsbesuchen daran erinnern, dass Sie noch Patienten / Klienten aufnehmen, kann das wahre Wunder bewirken und Sie müssen dafür nicht wirklich aktiv werden oder spezielle Kampagnen planen.
Mitarbeiter werben Mitarbeiter
Geben Sie dem Team für jede gesuchte Rolle eine kurze, weiterleitbare Nachricht: „Wir suchen eine Pflegefachkraft für unsere ambulante Tour in Leipzig. Teilzeit ist möglich. Hier findest du Dienste, Vergütung und den Kontakt zur PDL.“ Ergänzen Sie den direkten Stellenlink und nur belegbare Bedingungen.
Bei einer Prämie klären Sie vorher: Wer kann teilnehmen, wie wird eine Empfehlung zugeordnet und wann wird ausgezahlt? Interessenten nehmen selbst Kontakt auf. Keine privaten Telefonnummern ungefragt einsammeln. Wenn Ihr Team den Betrieb nicht empfehlen möchte, müssen Sie zuerst darüber sprechen.
Marketingkonzept für ambulante Pflegedienste: zwei ausgefüllte Beispiele
Plan A: Freie Tourenkapazität mit Hauswirtschaft ergänzen
Planungsbeispiel für einen Dienst mit freien Zeiten in Leipzig-Gohlis. Die Anzeigen- und Seitenbeispiele oben zeigen die Gestaltung. So wird daraus ein Auftrag an Ihr Team:
Ziel und Angebot: Die PDL benennt die möglichen Straßen, Tätigkeiten und Zeitfenster. Hauswirtschaft wird beworben, keine Rundumversorgung versprochen.
Aufgaben: Leistungsseite vorbereiten, Google-Nachfrage prüfen, passende Suchanzeigen starten und vereinbarte regionale Kontakte über die Kapazität informieren.
Zuständigkeit: Das Büro beantwortet Anfragen. Die PDL prüft die Übernahme. Die Werbebetreuung erfährt, welche Orte und Anliegen nicht passen.
Budget und Termin: Aufbau, Betreuung, Anzeigen und interne Arbeit getrennt kalkulieren. Vor dem Start Obergrenze und ersten Auswertungstermin festlegen.
Kontrolle: Wöchentlich passende Anfragen, Gespräche und gestartete Einsätze prüfen. Bei falschen Orten die Ausrichtung korrigieren, bei liegen gebliebenen Kontakten die Bearbeitung. Sind die Zeiten belegt, Angebot und Werbung anpassen.
Plan B: Eine Pflegefachkraft für eine ambulante Tour gewinnen
Ziel und Angebot: Eine Fachkraftstelle für eine ambulante Tour besetzen. PDL und Geschäftsführung klären Abschluss, Stundenumfang, Dienste, Vergütung und möglichen Beginn.
Aufgaben: Stellenseite mit kurzer Bewerbung erstellen. Teamvideo und zweite Anzeigenvariante vorbereiten. Social-Recruiting-Kampagne starten und gegebenenfalls ein Stellenportal getrennt testen.
Zuständigkeit: Eine Person übernimmt neue Kontakte, eine Vertretung ist benannt. Rückrufziel festlegen und Bewerbern mitteilen. Erst das Gespräch klärt, ob Qualifikation und Arbeitswunsch passen.
Kontrolle: Geeignete Bewerber, Gespräche, Verträge und Arbeitsstarts erfassen. Viele Hilfskraftkontakte? Rolle und Formular prüfen. Passende Bewerber lehnen wegen der Dienste ab? Das Arbeitsangebot prüfen. Dafür hilft kein neues Anzeigenbild.
So verteilen Sie die Umsetzung auf drei Monate
Erster Monat: Angebot, Kapazität, Seite und Kontaktablauf klären. Vorhandene Texte, Fotos und Videos nutzen.
Zweiter Monat: Die ausgewählten Maßnahmen mit einer Budgetobergrenze starten. Falsche Orte, unpassende Rollen oder unbeantwortete Kontakte sofort bearbeiten.
Dritter Monat: Die Ergebnisse mit der PDL auswerten. Erst dann über mehr Budget oder weitere Maßnahmen entscheiden.
Das ist ein Arbeitsplan, keine Erfolgsfrist. Wichtig ist, dass Sie aus den tatsächlichen Ergebnissen Entscheidungen ableiten.
Was kostet Marketing? Und welche Zahlen zählen wirklich?
Vergleichen Sie keine Agenturpauschale mit einem reinen Werbebudget. Lassen Sie sich diese vier Positionen zeigen:
Aufbau: Welche Seiten, Texte, Fotos, Videos und Kampagneneinstellungen entstehen einmalig?
Betreuung: Wer prüft Suchbegriffe, verändert Anzeigen, wertet Kontaktqualität aus und stimmt sich mit Ihnen ab?
Werbebudget: Welcher Betrag geht an Google, Meta oder das Stellenportal?
Interne Arbeit: Wer liefert Inhalte, gibt sie frei und bearbeitet Kontakte? Auch diese Zeit kostet Geld.
Was darf eine Anfrage oder Bewerbung kosten?
Rechnen Sie von hinten: Welche Einnahmen bleiben bei einer zusätzlichen Versorgung nach Personal-, Wege- und weiteren Kosten im gewählten Zeitraum übrig? Planen Sie Reserven für Gemeinkosten, Ausfälle und Gewinn ein. Nur einen tragbaren Teil setzen Sie als Obergrenze für die Kundengewinnung an.
Obergrenze pro eindeutiger Anfrage = Akquisitionsbudget pro gestarteter Versorgung × Anteil der Anfragen, aus denen eine Versorgung startet.
Nutzen Sie eigene, abgeschlossene Fälle. Sind Betreuung, Aufbau und Bearbeitung im Budget enthalten, ziehen Sie diese ab, bevor Sie das Anzeigenbudget festlegen. Ohne belastbare Quote starten Sie mit einer begrenzten Testsumme.
Beim Recruiting vergleichen Sie die Besetzungskosten mit tatsächlich vermeidbaren Zeitarbeitskosten oder zusätzlich möglichem Deckungsbeitrag. Zusätzliche Lohn- und Einarbeitungskosten gehören in die Rechnung. Zählen Sie Vorteile nicht doppelt. Budget pro Arbeitsstart multipliziert mit dem Anteil der Bewerber, die anfangen, ergibt eine Grenze pro Bewerbung.
Tagespflege: Zwei neue Interessenten ersetzen nicht automatisch einen Gast
In einem Kundengespräch zur Tagespflege ging es um genau diesen Denkfehler. Der Betreiber beschrieb: Wechselt ein Gast, der die ganze Woche kommt, in eine stationäre Einrichtung, entsteht eine größere Lücke. Zwei neue Anfragen können trotzdem zu wenig sein, wenn eine Person nur einen Tag und die andere nur zwei Tage kommen möchte.
Bei einer Fünf-Tage-Woche stehen dann fünf weggefallenen Besuchstagen nur drei angefragte Besuchstage gegenüber. Und auch diese drei Tage sind zunächst ein Wunsch, noch keine gestartete Betreuung. Das Beispiel stammt aus der Belegungsplanung im Gespräch, nicht aus einer abgeschlossenen Werbeauswertung.
Für Ihre Werbung heißt das: Klären Sie zuerst, an welchen Wochentagen tatsächlich Platz ist und ob der Fahrdienst den Wohnort abdecken kann. Lassen Sie sich bei einer Anfrage die gewünschten Tage nennen. Bieten Sie einen Kennenlerntermin oder Schnuppertag an, wenn Ihre Einrichtung das ermöglicht.
In die Auswertung gehören deshalb Anfragen, Kennenlerntermine und tatsächlich belegte Besuchstage pro Woche. Nur neue Namen zu zählen, hilft Ihnen bei der Auslastung wenig. Wer schon vor dem nächsten Auszug kontinuierlich passende Kontakte aufbaut, muss nicht jedes Mal bei null anfangen. Die konkrete Google-Ads-Auswertung für ambulante Pflege finden Sie separat im Patientenakquise-Guide.
Was Ihre Auswertung zeigen sollte
Bei Patientenanfragen: Anfrage, Gespräch, fachliche Prüfung, vereinbarte Aufnahme, gestartete Versorgung. Beim Recruiting: Bewerbung, Kontakt, geeignetes Gespräch, Einstellung, Arbeitsantritt.
Eine Werbeplattform sieht diese Ergebnisse nicht automatisch. Sie kann definierte Aktionen zählen, sogenannte Conversions. Was daraus geworden ist, muss Ihr Betrieb zurückmelden.
„Habe ich an die PDL weitergegeben“ reicht dafür nicht. Hat jemand angerufen? Passte die Anfrage? Warum kam keine Versorgung zustande?
Sie brauchen keine „Verhörliste“. Sie brauchen eine freundliche Struktur.
Ein kurzer Ablauf für die erste Rückmeldung
Bei Pflegeanfragen: Wo wird Hilfe benötigt? Wobei? Ab wann? Zu welchen Zeiten? Ist eine besondere Versorgungsform gefragt, etwa außerklinische Intensivpflege? Das Büro klärt den grundsätzlichen Bedarf. Die fachliche Aufnahmeprüfung übernimmt die zuständige Pflegefachperson.
Bei Bewerbungen: Welcher Berufsabschluss, welcher Standort und Stundenumfang kommen infrage? Wann könnte die Person beginnen und wann ist sie für einen Rückruf erreichbar? Eine Angabe im Formular ist noch kein geprüfter Abschluss.
Benennen Sie für beide Wege Verantwortliche und Vertretungen. Eine persönliche Rückmeldung am selben oder nächsten Arbeitstag kann ein vereinbartes Ziel sein, wenn Sie es zuverlässig leisten können. Das ist keine gesetzliche Frist oder Erfolgsgarantie.
Für spätere Starts vereinbaren Sie eine Wiedervorlage mit geklärter Kontaktgrundlage. Eine Warteliste ist keine Aufnahmezusage. Mehr zum Ablauf steht im Patientenakquise-Guide.
Ein gemeinsames Kontaktregister oder ein CRM kann helfen. Ein CRM ist ein System, in dem Anfragen und Bearbeitungsstände zusammengeführt werden. Halten Sie nur die dafür notwendigen Informationen fest und klären Sie Zugriffsrechte. Ausführliche medizinische Befunde gehören nicht in eine allgemeine Marketingliste.
Was sollte eine Marketingagentur für Pflegedienste können?
Sie sollte Ihren Betrieb verstehen und erklären können, warum sie eine Maßnahme empfiehlt. Fragen Sie konkret:
- Welches Problem soll zuerst gelöst werden?
- Welche Maßnahmen sind dafür vorgesehen, und warum?
- Welche Kosten entstehen für Aufbau, Betreuung und Werbung?
- Welche Zugänge und Inhalte gehören unserem Unternehmen?
- Wie unterscheiden Sie Bewerbungen oder Kontaktaktionen von Einstellungen und begonnenen Versorgungen?
Lassen Sie sich vergleichbare Arbeiten zeigen. Bei Erfolgszahlen fragen Sie nach Zeitraum, Ziel und Messung. Eine große Zahl allein erklärt noch keine gute Zusammenarbeit.
Häufige Fragen zum Pflegedienstmarketing
Dürfen Pflegedienste überhaupt Werbung machen?
Ja, ein Pflegedienst kann sein Angebot und seine Stellen bewerben. Entscheidend ist, was Sie behaupten und wie Sie werben. Leistungen, Verfügbarkeit, Qualifikation und Kosten dürfen nicht irreführend dargestellt werden. § 5 UWG regelt diese Grenze.
Lohnt sich Marketing auch ohne großes Werbebudget?
Beginnen Sie mit Aufgaben ohne zusätzliches Anzeigenbudget: Google-Profil vervollständigen, Kontaktwege auf dem Handy testen, vereinbarte Netzwerkpartner über Ihr Angebot informieren und offene Stellen im Team teilen. Die Arbeit braucht trotzdem eine zuständige Person.
Können wir das intern machen?
Profilpflege, Alltagseinblicke und regionale Kontakte können gut intern liegen. Für Anzeigen, Technik oder Produktion kann externe Unterstützung sinnvoll sein. Das Beispiel Haus Alma zeigt eine mögliche Aufteilung. Entscheidend sind Können, Zeit und klare Zuständigkeiten.
Lohnt sich Social Media für einen Pflegedienst?
Ja, wenn Sie ein konkretes Thema und einen nächsten Schritt zeigen: Einarbeitung plus offene Stelle, Ansprechpartner plus Anfrageweg oder WG-Rundgang plus Besichtigungskontakt. Regelmäßige Beiträge und bezahlte Anzeigen sind unterschiedliche Aufgaben. Bei Haus Alma betreut eine Mitarbeiterin die laufenden Inhalte; Recruitingkampagnen werden bei Bedarf ergänzt.
Wie schnell kommen Ergebnisse?
Bezahlte Kampagnen können nach Einrichtung und Freigabe kurzfristig Kontakte erzeugen. Ob diese passen, müssen Sie prüfen. Suchmaschinenoptimierung und Netzwerkaufbau brauchen laufende Arbeit. Eine feste Anzahl neuer Patienten oder Mitarbeiter zu einem bestimmten Termin würde ich Ihnen deshalb nicht versprechen.
Welche Grenzen gelten bei Gesundheitsversprechen und Kundenbildern?
Beschreiben Sie Leistungen sachlich. Versprechen Sie beispielsweise keine sichere Heilung einer Wunde. Bei Werbung für Behandlungen kann zusätzlich das Heilmittelwerbegesetz greifen; § 3 HWG verbietet irreführende Wirkungs- und Erfolgsbehauptungen.
Für erkennbare Klientenfotos und persönliche Versorgungsgeschichten holen Sie vorab eine freiwillige, informierte und nachweisbare Einwilligung für die konkreten Werbezwecke und Kanäle ein, am besten schriftlich. Bei Gesundheitsdaten gelten zusätzliche Anforderungen. Eine Pflegevereinbarung ist keine Werbeeinwilligung.
Können wir vorhandene Kontakte per Newsletter ansprechen?
Nicht automatisch. Eine gespeicherte E-Mail-Adresse ist keine allgemeine Werbeerlaubnis. Klären Sie Zweck, Einwilligung und mögliche Ausnahmen, bevor Sie Kontakte anschreiben. Für elektronische Werbung ist insbesondere § 7 UWG relevant.
Welche Maßnahmen passen zu Ihrem Dienst?
Bringen Sie zum Erstgespräch Ihre tatsächlichen Baustellen mit: Welche Versorgungen können Sie aufnehmen? Welche Stellen sind offen? Was haben Sie bereits versucht, und was kam dabei heraus?
Dann lässt sich entscheiden, wo Sie ansetzen sollten. Nicht bei der Maßnahme, die gerade am modernsten klingt. Sondern dort, wo Ihr Betrieb etwas davon hat.
Quellen zum Weiterlesen
- Blegen et al. (2015): Unterstützung durch Praxisanleiter und Bindung neu eingestellter Pflegekräfte (Originalstudie, PDF)
- Google: Faktoren für lokale Suchergebnisse
- Google Maps: Richtlinien für Bewertungen und andere Beiträge
- KWFinder: Suchbegriffe für Pflegedienste in Leipzig (Anmeldung erforderlich)
- Google: Inhalte für die KI-Suche optimieren
- Google: Berichte zur Sichtbarkeit in der KI-Suche
- Google: Strukturierte Daten für Stellenanzeigen
- § 299b StGB: Bestechung im Gesundheitswesen
- Pflegeberufegesetz: § 7 zur Durchführung der praktischen Ausbildung
- § 5 UWG: Irreführende geschäftliche Handlungen
- § 3 Heilmittelwerbegesetz: Irreführende Werbung
- § 7 UWG: Unzumutbare Belästigungen durch Werbung