Die Geschäftsführung möchte mehr Anfragen. Die Pflegedienstleitung braucht zuerst Verstärkung. Das Büro sagt, dass schon jetzt Rückrufe liegen bleiben. Alle beschreiben einen Teil desselben Betriebs. Trotzdem kann aus jeder Aussage eine völlig andere Marketingmaßnahme entstehen.
Ein Marketingkonzept für Ihren Pflegedienst hält fest, was zuerst passieren soll, warum es Vorrang hat und wer die Arbeit übernimmt. Dafür müssen Geschäftsführung, PDL und Anfragebearbeitung ihre Informationen zusammenbringen. Eine Liste mit Google, Instagram und Flyern löst diesen Abstimmungsbedarf noch nicht.
Hier bekommen Sie eine Arbeitsvorlage für genau diese Leitungsrunde. Wir gehen einen ausdrücklich konstruierten Fall durch, zeigen typische Konflikte und übersetzen die Entscheidungen in Aufgaben. Den Überblick über Werbewege, Kostenarten und ausgefüllte Kanalpläne finden Sie in unserem Ratgeber zu Marketing für Pflegedienste. Dieser Beitrag setzt dort an, wo Ihr Team entscheiden muss, welcher Plan zu Ihrem Betrieb passt.
Was gehört in ein Marketingkonzept für einen Pflegedienst?
Ein brauchbares Marketingkonzept beantwortet sechs Fragen:
- Welches konkrete Problem soll gelöst werden?
- Welches Angebot können wir dafür tatsächlich machen?
- Wer soll welchen nächsten Schritt gehen?
- Welche Maßnahmen führen diese Menschen dorthin?
- Wer übernimmt die Arbeit, und welches Geld steht bereit?
- Woran entscheiden wir, ob wir weitermachen oder etwas ändern?
Das Konzept beschreibt die Begründung. Der Marketingplan enthält die daraus folgenden Aufgaben und Termine. Ihr Pflegekonzept beantwortet eine andere Frage: Es beschreibt die fachliche Ausrichtung Ihrer Pflege. Für eine Zulassung oder fachliche Pflegeplanung reicht die folgende Marketingvorlage deshalb nicht.
Die IHK München beschreibt Marketingkonzeption als Verbindung von Analyse, Zielen, Strategie, Budget, Umsetzung und Kontrolle. Für einen Pflegebetrieb kommt eine entscheidende Prüfung hinzu: Können Sie das beworbene Angebot mit Ihrem Team am jeweiligen Ort überhaupt leisten?
Die Vorlage am Ende fragt diese Punkte ab. Die Abschnitte dazwischen zeigen, wie Ihr Team zu den Antworten kommt.
So bereiten Sie die Planung mit Ihrem Team vor
Holen Sie die Menschen zusammen, die unterschiedliche Teile des Betriebs kennen: Geschäftsführung, Pflegedienstleitung und die Person, die neue Anfragen oder Bewerbungen bearbeitet. Ist eine Agentur beteiligt, gehört sie zur Maßnahmenplanung dazu. Die Entscheidung über Versorgung und Personalbedarf bleibt bei Ihrem Betrieb.
Bringen Sie vorhandene Unterlagen mit:
- Welche Leistungen und Gebiete Sie aktuell anbieten.
- Wo die PDL zusätzliche Einsätze tatsächlich einplanen könnte.
- Welche Stellen offen sind und welche Versorgung davon abhängt.
- Was aus den letzten Anfragen geworden ist, soweit bereits bekannt.
- Welche Webseiten, Fotos, Videos und Profile schon vorhanden sind.
- Welche laufenden Verträge und Werbeausgaben bestehen.
Verwenden Sie für die gemeinsame Marketingplanung zusammengefasste Vorgänge. Namen, Diagnosen und Bewerbungsunterlagen sind für die Entscheidung über einen Werbekanal nicht erforderlich.
Ein konstruierter Fall für die Leitungsrunde
Unser Beispiel ist erfunden und enthält keine Ergebnisse eines Kunden. Ein ambulanter Pflegedienst arbeitet mit Team Nord und Team Süd. Team Nord könnte bestimmte zusätzliche Einsätze in vorhandenen Touren übernehmen. Team Süd kann ohne eine weitere Fachkraft keine zusätzliche Versorgung zusagen.
Neue Anfragen landen häufig direkt bei der PDL. Wenn sie in einer Besprechung oder unterwegs ist, bleibt die Rückmeldung manchmal liegen. Die Geschäftsführung möchte trotzdem eine gemeinsame Werbekampagne für das gesamte Einzugsgebiet. Gleichzeitig soll die Verwaltung regelmäßig Beiträge für Social Media vorbereiten.
Die Frage lautet jetzt nicht: Welcher Kanal ist der beste? Die Frage lautet: Welcher nächste Schritt hilft diesem Betrieb, ohne an anderer Stelle ein neues Problem zu schaffen?
1. Erst die Ausgangslage prüfen, dann ein Ziel beschließen
Gehen Sie vor der Sitzung die vorhandenen Anfragen durch. Sie brauchen dafür keine neue Software. Halten Sie zusammengefasst fest, welche Leistung gesucht wurde, welches Gebiet betroffen war, wie der Kontakt entstanden ist und was daraus wurde. Falls die Herkunft fehlt, schreiben Sie „nicht erfasst“. Wenn keine Rückmeldung dokumentiert wurde, ist der Ausgang unbekannt. Das ist keine Absage.
Lassen Sie die PDL diese Übersicht mit der tatsächlichen Tourenplanung vergleichen. Ein freies Zeitfenster ist noch keine Versorgung, die Sie zusagen können. Entscheidend ist, ob Leistung, Qualifikation, Ort und gewünschte Einsatzzeit zusammenpassen.
In unserem Beispiel könnte die Auswertung zeigen: Team Nord bekommt grundsätzlich passende Anfragen, aber die Kontaktbearbeitung stockt. Für Team Süd werden Leistungen angefragt, die momentan nicht zusätzlich übernommen werden können. Eine gemeinsame Kampagne würde beide Situationen vermischen.
Beobachtung, Vermutung und Prüfung trennen
Schreiben Sie drei Sätze auf, bevor Sie eine Ursache festlegen:
Beobachtung: „Bei einem Teil der Anfragen ist keine Rückmeldung dokumentiert.“
Vermutung: „Die direkte Zustellung an die PDL führt im Arbeitsalltag dazu, dass Rückrufe liegen bleiben.“
Prüfung: „Das Büro und die PDL gleichen gemeinsam ab, welche Kontakte tatsächlich offen sind und wer die Rückmeldung übernimmt.“
Vielleicht wurden Menschen längst angerufen, aber der Stand wurde nicht festgehalten. Dann ist die Dokumentation das Problem. Vielleicht hat tatsächlich niemand zurückgerufen. Dann muss die Zuständigkeit geklärt werden. Eine neue Anzeige wäre in beiden Fällen nicht die erste Korrektur. Wie Sie den Kontaktweg praktisch organisieren, erläutern wir im Patientenakquise-Guide. Hier entscheidet die Leitung, welche Voraussetzung zuerst geschaffen werden muss.
Die Formulierung für Ihr Arbeitsblatt lautet: „Wir beobachten … . Wir vermuten … . Bis zum vereinbarten Termin prüft … anhand von …, ob diese Vermutung stimmt.“
Ein Ziel braucht eine betriebliche Grenze
„Mehr Patienten“ sagt nicht, wann die Aufgabe erfüllt ist. Formulieren Sie stattdessen: „Wir möchten die von der PDL bestätigten zusätzlichen Einsätze in Team Nord bis zum vereinbarten Prüftermin passend besetzen.“ Ergänzen Sie die konkrete Kapazität aus Ihrer Tourenplanung und benennen Sie, welche Leistungen und Zeiten gemeint sind.
Die Zielgröße wird nicht von einer Agentur aus einer üblichen Werbequote abgeleitet. Wenn die PDL noch keine belastbare Kapazität nennen kann, bekommt zuerst die Kapazitätsprüfung einen Termin. Sie können parallel vorhandene Informationen verbessern. Sie sollten aber keine sofortige Verfügbarkeit bewerben, die noch gar nicht geklärt ist.
2. Zielkonflikte zwischen Wachstum und Personal auflösen
Im Beispiel haben Geschäftsführung und PDL beide recht: Team Nord könnte wachsen, Team Süd braucht Personal. Daraus entstehen zwei getrennte Aufträge mit unterschiedlichen Voraussetzungen.
Für Team Nord wird zuerst die Bearbeitung bestehender Anfragen geordnet. Danach kann zusätzliche Nachfrage sinnvoll sein. Für Team Süd bleibt die Fachkraftsuche ein eigener Auftrag. Die offene Stelle wird nicht durch erfolgreiche Patientengewinnung besetzt.
Drei Fragen entscheiden über die Reihenfolge
Was kann unser Team schon jetzt einlösen? Diese Leistung kann grundsätzlich beworben werden, sobald Angaben und Bearbeitung stimmen.
Welche Aufgabe schafft erst die Voraussetzung für den nächsten Schritt? Ein besetzter Rückrufdienst oder eine zusätzliche Fachkraft kann Voraussetzung für weitere Werbung sein.
Was passiert, wenn wir eine Aufgabe vorerst verschieben? Prüfen Sie die konkrete betriebliche Folge. Ein ausgefallener allgemeiner Social-Media-Beitrag hat eine andere Bedeutung als ein unbeantworteter konkreter Versorgungswunsch.
Legen Sie anschließend fest, was in diesem Planungsabschnitt ausdrücklich nicht begonnen wird. In unserem Beispiel könnte das heißen: keine einheitliche Verfügbarkeitswerbung für Nord und Süd und kein zusätzlicher Kanal ohne verantwortliche Person. Dieses Nein schützt die Aufgaben, die das Team wirklich erledigen soll.
Wenn sich die Leitung nicht einig wird
Halten Sie den offenen Widerspruch fest, statt einen Kompromiss ohne Grundlage zu beschließen. „Wir wissen noch nicht, ob Team Nord zusätzliche Einsätze übernehmen kann“ ist eine prüfbare Aufgabe. „Wir machen überall ein bisschen mehr Marketing“ verdeckt die fehlende Entscheidung nur.
Benennen Sie, wer die fehlende Information liefert und wer danach entscheidet. So endet die Runde auch bei Unsicherheit mit einem nächsten Schritt.
3. Das Angebot als überprüfbares Versprechen beschreiben
Für Team Nord wird nicht einfach „ambulante Pflege im gesamten Einzugsgebiet“ beworben. Die PDL und das Büro halten fest, welche Leistungen in welchen Gebieten geprüft werden können, welche Zeiten infrage kommen und welche Angaben vor einer Zusage benötigt werden.
Eine verständliche Botschaft könnte lauten: „Sie suchen Unterstützung in unserem nördlichen Versorgungsgebiet? Wir klären mit Ihnen, welche Hilfe Sie benötigen und ob unsere Touren dazu passen.“ Die tatsächlichen Orte und Leistungen müssen auf der jeweiligen Seite konkret stehen. Das ist ein Formulierungsvorschlag für unseren konstruierten Fall, keine Aussage über einen bestimmten Pflegedienst.
Zu jeder Aussage gehört eine verantwortliche Person. Wer bestätigt das Einsatzgebiet? Wer prüft die Verfügbarkeit? Wer aktualisiert die Website, wenn sich etwas ändert? Eine richtige Aussage vom Frühjahr kann im Herbst bereits unzutreffend sein.
Positionierung braucht einen Beleg
„Familiär, zuverlässig, professionell“ passt auf sehr viele Webseiten. Überlegen Sie deshalb, was ein Interessent davon konkret sehen oder erfahren kann.
Wenn Sie eine feste Ansprechperson versprechen, zeigen Sie diese Person und erklären Sie ihre Aufgabe. Wenn Sie mit verständlicher Beratung werben, beantworten Sie eine typische Frage so, dass ein Angehöriger sie versteht. Wenn die Pflegekraft bei Ihnen eine geregelte Einarbeitung bekommt, erklären Sie die Begleitung der ersten Einsätze.
Das ist Ihre Positionierung im Alltag: ein nachvollziehbarer Grund, warum jemand gerade Ihrem Betrieb vertrauen soll. Ein erfundener Superlativ hilft dabei nicht.
4. Zielgruppen nach ihrer Entscheidung unterscheiden
„Angehörige zwischen 40 und 65 Jahren“ ist für die Planung zu wenig. Die wichtigste Frage lautet: Was möchte diese Person gerade klären?
Eine Tochter, die Unterstützung beim Einkaufen für ihren Vater sucht, braucht andere Antworten als ein Sozialdienst, der eine konkrete Anschlussversorgung organisiert. Beide können dieselbe Telefonnummer anrufen. Trotzdem benötigen sie vorher unterschiedliche Informationen.
Für Team Nord unterscheiden wir deshalb zwei Entscheidungen:
Angehörige: Sie müssen erkennen, ob die gesuchte Hilfe im richtigen Gebiet angeboten wird und wie die Anfrage abläuft. Der nächste Schritt ist ein Gespräch zur möglichen Versorgung.
Regionale Fachkontakte: Sie benötigen eine verlässliche Information darüber, welche Anfragen aktuell geprüft werden können und wen sie für eine Abstimmung erreichen.
Die Fachkraftsuche für Team Süd bekommt eine eigene Botschaft. Dort geht es um Aufgaben, Qualifikation, Arbeitsbedingungen und Bewerbungsweg. Ein Angehöriger und eine Pflegekraft sollen auf der Website nicht erst herausfinden müssen, welches Formular gemeint ist.
Bereits der Fachbeitrag zur Kundengewinnung in der neuen caritas beschreibt unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse von Angehörigen, Zuweisern, Multiplikatoren und Empfehlern. Der Beitrag stammt aus 2010. Seine damaligen Empfehlungen zur Verteilung von Marketingaktivitäten sind keine aktuelle Vorgabe für Ihr Budget.
Eine Frage für jede Zielgruppe
Notieren Sie jeweils: „Bevor diese Person Kontakt aufnimmt, muss sie verstanden haben, dass … .“
Für Angehörige im Beispiel: welche Unterstützung Team Nord anbietet, dass Wohnort und Einsatzzeit geprüft werden müssen und dass eine Anfrage noch keine Zusage ist.
Für Bewerber: welche Fachkraftstelle offen ist, welche Dienste vorgesehen sind und wer Fragen beantwortet.
Wenn Sie diesen Satz nicht ausfüllen können, ist die Botschaft noch nicht fertig. Dann müssen Sie noch keine Anzeigen gestalten.
5. Maßnahmen als prüfbare Aufträge formulieren
Ein Konzept wird erst dann umsetzbar, wenn aus der Entscheidung ein konkreter Auftrag entsteht. „Webseite verbessern“ reicht dafür nicht. Der Auftrag könnte lauten: „Die Seite für Team Nord nennt die bestätigten Orte und Leistungen, zeigt den zuständigen Ansprechpartner und erklärt den Ablauf nach einer Anfrage.“
Legen Sie vor der Umsetzung fest, wie das Ergebnis geprüft wird. Das Büro liest die Angaben gegen die aktuelle Leistungsübersicht. Eine Person, die nicht am Text mitgeschrieben hat, sucht auf dem Handy nach Ort, Leistung und Kontaktweg. Die zuständige Bearbeitung kontrolliert, ob eine vereinbarte Testanfrage ankommt. Verwenden Sie dafür einen gekennzeichneten internen Test, keinen erfundenen Patientenfall.
Was eine Agentur dafür von Ihnen braucht
Geben Sie keine Sammlung widersprüchlicher Wünsche weiter. Übergeben Sie die getroffene Entscheidung: Angebot, Zielgruppe, zulässige Aussagen, vorhandene Belege, Ansprechpartner und Abnahmekriterien. Die Agentur kann recherchieren, welcher Werbeweg dazu passt. Sie kann nicht selbst entscheiden, welche Versorgung Ihre PDL zusagen darf.
Werbewege und die üblichen Kostenbestandteile erklären wir ausführlich im Marketing-Ratgeber für Pflegedienste. Übernehmen Sie für Ihr Konzept nur die Maßnahmen, deren Aufgabe Sie in einem Satz begründen können. Der konkrete Ausgabenrahmen kommt aus Ihren Angeboten und Ihrer Planung, nicht aus einer allgemeinen Prozentregel.
6. Verantwortung so verteilen, dass die Arbeit wirklich stattfindet
„Social Media macht eine Kollegin mit.“ Das klingt zunächst pragmatisch. Es klärt aber weder Zeit noch Vertretung noch Verantwortung.
Ein Auftrag braucht vier Angaben
Für jede Maßnahme halten Sie fest:
Verantwortliche Person: Wer sorgt dafür, dass die Aufgabe erledigt wird?
Zulieferung: Welche Informationen, Freigaben oder Aufnahmen werden gebraucht, und von wem?
Termin und Vertretung: Wann ist das Ergebnis fällig, und wer übernimmt bei Abwesenheit?
Abnahme: Woran erkennen Sie, dass die Aufgabe funktioniert?
Bei der Leistungsseite für Team Nord ist „Text fertig“ noch keine vollständige Abnahme. Das Büro muss prüfen können, ob die veröffentlichten Angaben stimmen und eine Anfrage beim richtigen Ansprechpartner ankommt.
Zuständigkeit bedeutet auch Entscheidungsrecht
Die Person, die eine Aufgabe bearbeitet, darf nicht automatisch jedes Versprechen verändern. Halten Sie getrennt fest, wer Texte erstellt, wer fachliche Angaben freigibt und wer zusätzliche Ausgaben genehmigt.
In unserem Beispiel meldet das Büro zurück, dass Interessenten häufig nach einem weiteren Ort fragen. Die Werbebetreuung kann diesen Hinweis prüfen. Sie darf das Einsatzgebiet aber erst erweitern, nachdem die PDL die Versorgung bestätigt hat. Sonst wird aus einer interessanten Nachfrage ein Versprechen, das der Betrieb nicht einlösen kann.
7. Vor dem Start festlegen, wann Sie umsteuern
Ein Konzept braucht einen Prüftermin und Regeln für Veränderungen. Damit vermeiden Sie, dass jeder unruhige Tag die gesamte Richtung verändert oder dass ein offensichtlicher Fehler monatelang weiterläuft.
Korrigieren, wenn eine Annahme nicht stimmt
Angenommen, die Anfragen für Team Nord passen örtlich, betreffen aber überwiegend eine nicht angebotene Leistung. Dann wird zuerst geprüft, welche Aussage diese Erwartung erzeugt hat. Die Entscheidung lautet: Leistungsbeschreibung und gegebenenfalls Werbeausrichtung korrigieren. Ein größeres Budget ist dafür keine Lösung.
Pausieren, wenn eine Voraussetzung wegfällt
Kann Team Nord vorübergehend keine zusätzlichen Einsätze übernehmen, müssen Verfügbarkeitsangaben und dazugehörige Werbung überprüft werden. Das ist eine betriebliche Änderung, kein Beweis dafür, dass der Werbekanal schlecht funktioniert.
Auch eine nicht besetzte Anfragebearbeitung ist ein Anlass, die laufende Nachfragegewinnung zu prüfen. Neue Kontakte zu kaufen, während bestehende unbeantwortet bleiben, widerspricht dem ursprünglichen Plan.
Fortführen oder erweitern, wenn die Kette funktioniert
Zusätzliche Maßnahmen kommen infrage, wenn passende Anfragen bearbeitet werden, die vereinbarte Versorgung tatsächlich beginnen kann und weiterhin Kapazität besteht. Prüfen Sie nicht nur Klicks und Formulare, sondern den Weg bis zur betrieblich relevanten Folge.
Ein Kontakt kann mehrfach nachfragen. Zählen Sie diese Nachrichten nicht als mehrere neue Interessenten. Eine passende Anfrage ist noch kein vereinbarter Einsatz, und eine Zusage noch keine begonnene Versorgung. Gerade diese Unterscheidung hilft der Leitung zu erkennen, wo der nächste Engpass liegt.
Was in den Auswertungstermin gehört
Vergleichen Sie die ursprüngliche Annahme mit dem tatsächlichen Verlauf. Welche Aufgaben sind erledigt? Welche Anfragen kamen? Was wurde daraus? Welche Gründe sind bekannt, welche nicht? Welche Kapazität besteht jetzt?
Schließen Sie mit einer Entscheidung: beibehalten, gezielt verändern, erweitern oder vorerst pausieren. Dazu kommen ein Verantwortlicher und ein neuer Prüftermin. So wird aus der Auswertung ein Arbeitsauftrag.
8. Eine ausgefüllte Entscheidungsnotiz für Team Nord und Süd
Ausgangslage: Team Nord kann bestimmte zusätzliche Einsätze prüfen. Team Süd benötigt für weiteres Wachstum eine Fachkraft. Ein Teil der Anfrageverläufe ist nicht dokumentiert.
Erster Beschluss: Büro und PDL klären die offenen Anfragen und vereinbaren eine zuständige Bearbeitung mit Vertretung. Die PDL bestätigt getrennt für beide Teams die aktuellen Leistungsgrenzen.
Ziel für Team Nord: Die bestätigte zusätzliche Kapazität soll durch passende, tatsächlich begonnene Einsätze genutzt werden. Die konkrete Größe und den Prüftermin trägt die PDL aus der Tourenplanung ein.
Auftrag für die Website: Die Angaben zu Team Nord werden präzisiert. Abnahme durch PDL und Büro anhand von Leistungsübersicht, mobilem Lesetest und funktionierendem Kontaktweg.
Auftrag für Team Süd: Die Fachkraftstelle wird mit Aufgaben, Anforderungen und Arbeitsbedingungen beschrieben. Recruiting erhält eine eigene Zuständigkeit und Auswertung.
Bewusste Grenze: Keine gemeinsame Verfügbarkeitszusage für beide Teams. Keine zusätzliche Werbemaßnahme ohne geklärten Bearbeitungsweg und freigegebenen Ausgabenrahmen.
Auswertung: Die Leitung prüft beim vereinbarten Termin Anfragequalität, Bearbeitung, begonnene Einsätze und aktuelle Kapazität. Bei widersprüchlichen Ergebnissen wird die konkrete Annahme geprüft, nicht pauschal „das Marketing“ verworfen.
So sieht ein Konzept aus, mit dem Sie eine Entscheidung nachvollziehen können. Vor dem Start müssen die tatsächlichen Namen, Termine, Kapazitäten und Geldbeträge ergänzt sein. Ein Muster kann diese betrieblichen Angaben nicht ersetzen.
9. Ihre Vorlage für die nächste Leitungsrunde
Pro Standort oder deutlich unterschiedlichem Angebot können eigene Antworten nötig sein.
Unser Planungszeitraum: Von welchem Datum bis zu welchem Datum planen wir?
Unser konkretes Ziel: Welche Versorgung oder welche Stelle soll dadurch möglich werden?
Unsere Ausgangslage: Was beobachten wir heute? Welche Informationen fehlen noch?
Unser überprüftes Angebot: Leistung, Gebiet, Zeiten, Kapazität und Voraussetzungen.
Unsere Zielgruppe: Wer entscheidet was? Welche Frage muss vor der Kontaktaufnahme beantwortet sein?
Unsere Botschaft: Was können wir konkret zusagen? Womit zeigen wir, dass die Aussage stimmt?
Unser nächster Schritt für Interessenten: Welche Seite, welche Kontaktmöglichkeit und welcher Ansprechpartner?
Unsere Maßnahmen: Was setzen wir um? Welche Aufgabe übernimmt jede Maßnahme? Was lassen wir zunächst liegen?
Unsere Zuständigkeiten: Wer verantwortet, liefert zu, prüft und vertritt?
Unser Budget: Aufbau, laufende Betreuung, Werbeausgaben und interne Zeit. Wer darf Änderungen freigeben?
Unsere Prüftermine: Wann kontrollieren wir die Umsetzung? Wann bewerten wir die Ergebnisse?
Unsere Entscheidungsregeln: Wann korrigieren, fortführen, erweitern oder pausieren wir?
So läuft die Leitungsrunde ab
Vorher: Das Büro fasst die vorhandenen Anfragen zusammen. Die PDL bringt die aktuelle Kapazitätsplanung mit. Die Geschäftsführung hält laufende Verträge und Werbeausgaben bereit.
In der Runde: Zuerst werden die Beobachtungen verglichen. Danach trennen Sie vermutete Ursachen von gesicherten Informationen und vergeben die nötigen Prüfschritte. Anschließend entscheiden Sie über die Reihenfolge der Aufträge. Zum Schluss stehen Namen, Vertretungen und der nächste Prüftermin fest.
Danach: Eine Person hält die Beschlüsse in der Vorlage fest und gibt sie an die Beteiligten weiter. Wer eine Aufgabe anders verstanden hat, klärt das vor dem Start. Erst dann werden konkrete Leistungen beauftragt.
So verwenden Sie die Vorlage
Kopieren Sie die Fragen in Ihr gemeinsames Arbeitsdokument. Tragen Sie vor der Sitzung die bekannten Informationen ein. Kennzeichnen Sie offene Angaben, statt sie mit Schätzungen zu füllen. Während der Runde ergänzen Sie die Beschlüsse und die Namen der Verantwortlichen.
Am Ende sollte jedes Teammitglied dieselbe Frage beantworten können: Was tun wir als Nächstes, warum gerade das, und was muss dafür zuerst stimmen? Wenn die Antworten auseinandergehen, ist der Beschluss noch nicht eindeutig genug.
Behalten Sie die frühere Fassung bei Änderungen auf. So können Sie später erkennen, welche Annahme sich verändert hat. Das ist hilfreicher als ein Plan, der rückwirkend immer so aussieht, als wäre alles von Anfang an bekannt gewesen.
Häufige Fragen zum Marketingkonzept für Pflegedienste
Wie lang muss ein Marketingkonzept sein?
So lang, dass Angebot, Zielgruppe, Maßnahmen, Geld, Verantwortung und Auswertung eindeutig sind. Für einen Standort und eine konkrete Aufgabe kann ein kurzes Dokument reichen. Mehrere Standorte oder Versorgungsformen brauchen getrennte Entscheidungen. Ein umfangreicher Text ohne Zuständigkeiten ist kein besseres Konzept.
Können wir das Marketingkonzept selbst erstellen?
Ja. Die entscheidenden Informationen liegen ohnehin bei Ihrem Team: Kapazität, Leistungen, Bewerberanforderungen und Anfrageverläufe. Externe Unterstützung kann Recherche, Kanalwahl und Umsetzung ergänzen. Sie sollte erklären können, wie die vorgeschlagenen Maßnahmen zu Ihrer Ausgangslage passen.
Unterstützung bei der Umsetzung
Sie haben ein Ziel, aber Webseite, Werbung und interne Bearbeitung greifen noch nicht ineinander? Wir schauen mit Ihnen auf Angebot, Kapazität und den Weg bis zur Anfrage. Daraus lassen sich die Aufgaben für Kundengewinnung, Unternehmenswebseite oder Social Recruiting konkret ableiten.
Bringen Sie zum Gespräch Ihre bestehende Seite und die wichtigste offene Frage mit. Dann sprechen wir über Ihren Betrieb und die nächste Entscheidung.
Aus Ihrem Konzept soll ein konkreter Auftrag werden?
Wir besprechen mit Ihnen, welche Aufgaben für Website, Werbung und Anfragebearbeitung als Nächstes sinnvoll sind.
Marketingplanung besprechenQuellen und weiterführende Informationen
- IHK München: Marketingkonzept erstellen. Allgemeine Grundlage für Analyse, Ziele, Budget, Umsetzung und Kontrolle.
- neue caritas: Erfolgreiche Kundengewinnung in der ambulanten Pflege. Fachbeitrag aus 2010 zur unterschiedlichen Ansprache von Angehörigen und Multiplikatoren. Keine aktuelle Budgetvorgabe.
- Wolfram Digital: Marketing für Pflegedienste. Vertiefung zu einzelnen Werbewegen und öffentlich gezeigten Projektbeispielen.