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Was kostet eine Website für einen Pflegedienst? Preise, Folgekosten und Angebotsvergleich

Öffentliche Preisbeispiele und eine vollständige Kostenrechnung: So vergleichen Sie Erstellung, Betreuung und Übergabe einer Pflegedienst-Website.
Von Christian Wolfram · Veröffentlicht am 23. Oktober 2026

Öffentliche Einzelangebote beginnen beispielsweise bei 1.490 Euro netto für eine einzelne Seite oder bei etwa 49 Euro monatlich zuzüglich Einrichtung. Ein Auftritt mit mehreren Leistungsseiten und Karrierebereich ist ein anderer Umfang. Für Ihren Pflegedienst zählt deshalb nicht nur der Einstiegspreis, sondern die vollständige Rechnung einschließlich Betrieb, Änderungen und späterer Übergabe. Die konkreten Anbieter und Bedingungen finden Sie direkt im nächsten Abschnitt.

Die Antwort beginnt mit konkreten Preisen. Danach müssen Sie genauer hinschauen: Wer schreibt die Texte? Wer fotografiert Ihr Team? Wo landen Pflegeanfragen und Bewerbungen? Und wer ändert die Seite, wenn Ihre PDL wechselt oder eine neue Tagespflege eröffnet?

Ich würde eine Website deshalb nie allein nach Seitenzahl oder Monatsrate einkaufen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen öffentliche Preisbeispiele, die wichtigsten Kostenbestandteile und eine einfache Methode, mit der Sie Angebote für Ihren Betrieb vergleichen können. Außerdem klären wir, wann Ihre vorhandene Website weiterverwendet werden kann.

Was kostet eine Pflegedienst-Website konkret?

Öffentliche Angebote liefern eine erste Orientierung. Die folgenden Angaben stammen von den jeweiligen Anbietern und wurden am 23. Oktober 2026 geprüft. Sie sind keine Preisliste von Wolfram Digital und kein repräsentativer Marktdurchschnitt.

Diese Zahlen beantworten unterschiedliche Fragen. Der erste Anbieter beziffert ein Erstellungsprojekt, der zweite eine laufende Leistung mit zusätzlichem Startaufwand. Aus einer niedrigen Monatsrate können Sie deshalb nicht ableiten, dass das Gesamtprojekt günstiger ist. Umgekehrt ist ein einmaliger Kaufpreis kein Beweis dafür, dass später keine Kosten mehr entstehen.

Für Wolfram Digital kalkulieren wir den Umfang individuell. Auf unserer Leistungsseite für Unternehmenswebsites sehen Sie, welche Aufgaben wir dabei übernehmen. Hier im Artikel geht es darum, dass Sie jedes Angebot, auch unseres, sinnvoll prüfen können.

1. Erst die Aufgabe festlegen, dann den Preis vergleichen

Stellen Sie sich zwei Betriebe vor. Der erste ist ein ambulanter Dienst mit einem klaren Versorgungsgebiet. Die vorhandenen Texte sind aktuell, gute Teamfotos liegen vor, gesucht wird vor allem ein verständlicherer Kontaktweg. Der zweite betreibt ambulante Pflege, Tagespflege und mehrere Wohngruppen. Es gibt unterschiedliche Ansprechpartner, offene Stellen und kaum verwendbares Bildmaterial.

Beide können „eine neue Website“ anfragen. Dahinter stecken aber völlig verschiedene Arbeiten. Wenn Sie nur die Endsumme vergleichen, übersehen Sie genau das.

Schreiben Sie vor dem ersten Angebot drei Besucherfragen auf:

  • Angehörige: Bietet dieser Betrieb die benötigte Versorgung am richtigen Ort an, und wie kann ich sie anfragen?
  • Pflegekräfte: Welche Arbeit erwartet mich an welchem Standort, und wie bewerbe ich mich?
  • Zuweiser oder Kooperationspartner: Wen erreiche ich für eine konkrete Versorgungsanfrage?

Nicht jeder Betrieb braucht für jede Frage ein eigenes Portal. Aber die Wege müssen verständlich sein. Eine Tochter mit einer Pflegeanfrage sollte nicht im Bewerbungsformular landen. Eine Pflegefachkraft muss nicht erst Erläuterungen zur Finanzierung der Grundpflege durchlesen, bevor sie die offenen Stellen findet.

Aus diesen Aufgaben entsteht ein Seitenplan. Erst danach ist die Zahl der Unterseiten sinnvoll. Zehn fast identische Ortsseiten sind nicht automatisch wertvoller als drei gut ausgearbeitete Leistungsseiten.

Startseite von Timm Pflege mit mehreren Versorgungsangeboten und jeweils eigenem Einstieg.
Der Umfang hängt vom Angebot ab: Timm Pflege braucht getrennte Einstiege für Landpflegeheim, ambulante Pflege, Tagespflege, Wohngemeinschaft und Therapiezentrum. Solche unterschiedlichen Leserwege müssen bei Struktur, Texten und Bildern mitgeplant werden. Screenshot vom 16. Oktober 2026. Website von Timm Pflege ansehen Bild zum Vergrößern antippen.

2. Diese Arbeiten bestimmen den einmaligen Preis

Struktur und fachliche Vorbereitung

Eine Agentur muss verstehen, was Sie tatsächlich anbieten. Ein ambulanter Dienst versorgt Menschen zu Hause. In einer Tagespflege kommen Gäste tageweise und kehren anschließend nach Hause zurück. Eine ambulant betreute Pflege-WG und eine Wohngemeinschaft für außerklinische Intensivpflege brauchen wiederum unterschiedliche fachliche Erklärungen. Diese Unterschiede bestimmen Seitenstruktur, Texte und Kontaktwege.

Dieser Unterschied wird teuer, wenn er erst nach dem fertigen Design auffällt. Dann werden Navigation, Texte, Bilder und Formulare erneut besprochen. Fragen Sie deshalb, ob zum Angebot ein strukturiertes Gespräch mit der Leitung und ein abgestimmter Seitenplan gehören.

Texte und interne Abstimmung

„Texte werden geliefert“ kann zwei Dinge bedeuten: Die Agentur schreibt aus einem Interview verständliche Inhalte. Oder Ihr Büro muss fertige Texte liefern, die nur eingesetzt werden. Das sind unterschiedliche Leistungen.

Auch mit externer Texterstellung bleibt eine Aufgabe bei Ihnen: Fachliche Angaben müssen stimmen. Welche Orte fahren Sie wirklich an? Welche Leistungen bieten Sie aktuell an? Welche Arbeitsbedingungen gelten für welche Stelle? Ein Dienstleister kann diese Fragen vorbereiten, die betrieblichen Antworten aber nicht erfinden.

Klären Sie außerdem, wie viele Korrekturrunden enthalten sind und wer Rückmeldungen bündelt. Fünf widersprüchliche Kommentare aus unterschiedlichen Abteilungen verursachen zusätzliche Arbeit, selbst wenn jede einzelne Änderung klein wirkt.

Fotos und Videos

Prüfen Sie zuerst das vorhandene Material. Sind die Bilder scharf genug? Zeigen sie aktuelle Räume und Mitarbeitende? Dürfen sie für die geplante Veröffentlichung verwendet werden? Sind sie auch für mobile Bildausschnitte geeignet?

Ein Fototermin ist ein eigener Leistungsumfang. Dazu gehören Vorbereitung, Motivauswahl, Anfahrt, Aufnahme, Auswahl und Bearbeitung. Ein allgemeines „Bilder inklusive“ beantwortet noch nicht, ob Ihr echtes Team fotografiert wird oder Bildmaterial aus einer Datenbank gemeint ist.

Für die Budgetplanung reicht es häufig, zunächst die dringendsten Motive zu bestimmen: Ansprechpartner, Team, relevante Räume und eine glaubwürdige Arbeitssituation. Ein großer Imagefilm muss nicht Voraussetzung sein, um eine brauchbare Website zu starten. Mehr zum konkreten Umfang finden Sie bei unseren Foto- und Videoproduktionen.

Formulare und Bearbeitung

Ein Formular besteht nicht nur aus sichtbaren Feldern. Die Anfrage muss zuverlässig bei der richtigen Person ankommen. Es muss klar sein, ob eine Pflegeanfrage, eine Bewerbung oder ein anderes Anliegen eingegangen ist. Bei mehreren Standorten kommt die Zuordnung hinzu.

Ein einfaches Kontaktformular und die Anbindung an eine vorhandene Bewerberverwaltung sind deshalb unterschiedliche Angebote. Lassen Sie sich erklären, welche Verbindung tatsächlich gebaut wird, wer sie testet und wer sich bei einer Störung kümmert. „CRM-Anbindung“ ohne genanntes Zielsystem und ohne beschriebenen Datenweg ist noch kein belastbarer Leistungsumfang.

Übernahme der bestehenden Website

Bei einem Relaunch kommen Arbeiten hinzu, die bei einer ersten Website nicht anfallen: alte Inhalte sichten, wichtige URLs erfassen, sinnvolle Weiterleitungen planen und bestehende Kontaktwege überprüfen. Auch Domain und E-Mail müssen getrennt betrachtet werden.

Wenn die Website neu gebaut wird, müssen Ihre Mailpostfächer nicht automatisch umziehen. Ein ungeplanter Eingriff kann trotzdem Folgen haben, wenn Dienste gemeinsam verwaltet werden. Lassen Sie deshalb vorher festhalten, was umzieht, was erhalten bleibt und wer den Umschalttermin begleitet.

Website-Angebote anhand von drei Fragen vergleichen: Was wird gebaut, was kostet der Betrieb und welche Inhalte und Zugänge bleiben beim Pflegebetrieb?
Für einen fairen Vergleich müssen Umfang, Zeitraum und Zuständigkeiten übereinstimmen. Bild zum Vergrößern antippen.

3. Ein Praxisfall: Mehr Standorte verändern die Aufgabe

Eine gemeinsame Übersicht kann als Grundlage einmal aufgebaut und für weitere Einsatzorte ergänzt werden. Eigene Ortsseiten benötigen dagegen jeweils passende Inhalte und spätere Pflege. Was davon sinnvoll ist, hängt von den tatsächlich unterschiedlichen Stellen ab.

Der Kostenpunkt steckt vor dem Design: Welche Informationen sind gemeinsam? Welche unterscheiden sich nach Ort und Versorgungsform? Wo braucht es eigene Bilder, Ansprechpartner oder Bewerbungsoptionen? Wer diese Fragen zuerst beantwortet, kann den Umfang nachvollziehbar kalkulieren.

Im selben Abstimmungsverlauf korrigierte der Kunde einen kleinen, aber wichtigen Unterschied in den Arbeitgeberleistungen für die Karriereseite. Vermögenswirksame Leistungen und betriebliche Altersvorsorge waren als Alternative gedacht, nicht als zwei gleichzeitig zugesagte Vorteile. Ein Wort verändert hier das Versprechen.

Für Ihren Einkauf heißt das: Kalkulieren Sie fachliche Abstimmung als notwendige Arbeit ein. Eine schnell erzeugte Seite mit unzutreffenden Aussagen ist kein günstiges Ergebnis. Der Fall belegt eine konkrete Abstimmung aus unserer Projektarbeit, keine gemessene Steigerung von Bewerbungen oder Einstellungen.

4. Welche laufenden Kosten gehören ins Budget?

Nach dem Start bleibt die Website eine betriebliche Aufgabe. Manche Leistungen bezahlt Ihr Betrieb direkt, andere sind in einer Agenturpauschale enthalten. Wichtig ist, jeden Posten genau einmal zu erfassen.

  • Domain: Die Internetadresse und ihre Verlängerung.
  • Hosting oder Plattform: Der technische Betrieb beziehungsweise das genutzte Website-System.
  • Technische Betreuung: Je nach System Updates, Sicherungen, Überwachung und Fehlerbehebung.
  • Inhaltliche Pflege: Neue Stellen, geänderte Telefonnummern, Ansprechpartner und Leistungen.
  • Zusätzliche Dienste: Beispielsweise Terminbuchung, Formulardienst oder eine angebundene Software, soweit benötigt.
  • Weiterentwicklung: Neue Leistungsseiten, umfangreiche Texte oder weitere Funktionen.

„Wartung inklusive“ bedeutet nicht automatisch, dass monatlich neue Artikel geschrieben oder neue Standorte aufgebaut werden. Umgekehrt sollte eine technische Plattformgebühr nicht noch einmal als identische Hostingposition berechnet werden, wenn der Betrieb bereits enthalten ist. Lassen Sie die Abgrenzung erklären.

Bei einer Betreuungspauschale sind zwei Fragen besonders praktisch: Welche Änderungen können wir damit beauftragen? Und wie schnell werden dringende Korrekturen erledigt? Eine ausgefallene Kontaktfunktion braucht einen anderen Umgang als der Wunsch nach einem neuen Teamfoto.

Was nach dem Start weiterläuft. Hosting: Die Website technisch bereitstellen.. Wartung: Updates, Sicherungen und Fehlerbehebung klären.. Inhalte: Texte, Stellen und Ansprechpartner aktuell halten.
Hosting, technische Wartung und inhaltliche Pflege sind unterschiedliche Aufgaben. Im Angebot muss stehen, welche davon enthalten sind. Bild zum Vergrößern antippen.

5. Kauf und Mietmodell über denselben Zeitraum vergleichen

Ein Mietmodell verteilt Kosten anders als ein einmaliger Kauf. Es kann außerdem laufende Arbeit enthalten. Deshalb vergleichen Sie nicht nur die Rate mit dem Kaufpreis, sondern denselben Zeitraum und denselben Leistungsumfang.

Nutzen Sie dafür diese Rechnung:

Gesamtausgaben im Vergleichszeitraum = Einrichtung oder Erstellung + laufende Gebühren im Zeitraum + nicht enthaltene Zusatzarbeiten + zugeordneter interner Aufwand + vereinbarte Kosten für Übergabe oder Wechsel.

Wählen Sie beispielsweise 36 Monate als gemeinsamen Planungszeitraum. Das ist eine Rechenentscheidung, keine Empfehlung für eine dreijährige Vertragsbindung. Lassen Sie beide Anbieter für diesen Zeitraum die Kosten derselben notwendigen Aufgaben aufschreiben.

Wenn bei einem Angebot Hosting und kleine Änderungen enthalten sind, müssen Sie diese Aufgaben beim anderen ebenfalls berücksichtigen. Ein rechnerisch billiger Kauf, bei dem Ihre Verwaltung anschließend sämtliche Texte selbst aktualisiert, ist ein anderes Paket. Ihre Arbeitszeit wird durch das Wort „Eigenleistung“ nicht kostenlos.

Eine Beispielrechnung über 36 Monate

Die folgenden Rechnungen verwenden die oben verlinkten öffentlichen Angaben. Sie bilden nur die genannten Positionen ab, keinen gleichwertigen Leistungsvergleich und keine Prognose künftiger Preise:

  • Kauf plus Basis-Wartung: 2.480 Euro + 36 × 49 Euro = 4.244 Euro netto. Inhaltliche Änderungen, ungeklärte Hostingkosten und weitere Leistungen müssen gesondert ergänzt werden.
  • Monatsmodell für 79 Euro: 36 × 79 Euro = 2.844 Euro zuzüglich der öffentlich nicht bezifferten Einrichtung. Die fehlende Steuerangabe bleibt offen. Ohne diese Angaben steht kein vollständiger Endpreis fest.
  • Monatsmodell für 99 Euro netto: Falls dieser Preis für alle 36 Monate schriftlich gilt, ergeben sich 3.564 Euro netto. Bei durchgehend 179 Euro wären es 6.444 Euro netto. Die Aktionskennzeichnung allein belegt keine dreijährige Preisbindung.

So erkennen Sie die offenen Felder: Zusatzarbeiten, Steuer, Preisänderungen und Übergabe können die Rechnung verändern. Holen Sie diese Positionen ein, statt aus den vorläufigen Summen einen billigsten Anbieter zu bestimmen.

Netto und brutto können für Ihren Betrieb entscheidend sein

Ein Angebot über 2.000 Euro netto kostet bei 19 Prozent Umsatzsteuer zunächst 2.380 Euro. Ob Sie die 380 Euro als Vorsteuer abziehen können, ist eine eigene Frage. § 15 Absatz 2 UStG schließt den Abzug für Leistungen zur Ausführung steuerfreier Umsätze grundsätzlich aus; das Gesetz enthält auch Ausnahmen und Zuordnungsregeln. Lassen Sie Ihre Steuerberatung klären, welche Behandlung für Ihren Betrieb und dieses Projekt gilt. Rechnen Sie anschließend alle Angebote auf derselben Grundlage. Eine Umsatzsteuerbefreiung Ihrer Pflegeleistungen macht eine Agenturrechnung nicht automatisch umsatzsteuerfrei.

Was passiert am Ende der Zusammenarbeit?

Diese Frage gehört vor der Unterschrift auf den Tisch. Klären Sie:

  • Wer ist Inhaber der Domain und wer kann sie verwalten?
  • Welche Zugänge erhält Ihr Betrieb?
  • Welche Nutzungsrechte bestehen an Texten, Fotos und Gestaltung?
  • Kann die Website im bisherigen System weiterbetrieben werden?
  • Was kann bei einem Wechsel exportiert werden und was müsste neu aufgebaut werden?
  • Welche Gebühren, Fristen und Mitwirkung sind für die Übergabe vereinbart?

Ein konkretes öffentliches Beispiel: diewebpflege nennt bei Kündigung eine kostenlose Übergabe von Inhalten und Bildern als Datenpaket sowie 499 Euro für eine eigenständige Kopie der Seite. Prüfen Sie im Angebot Steuer, technische Nutzbarkeit und die weiterhin benötigte Betreuung. Eine solche Kopie ist nicht automatisch ein fertig eingerichteter Betrieb bei einem anderen Anbieter.

Eine Zusage wie „Die Website gehört Ihnen“ sollte diese praktischen Fragen beantworten. Rechte an Inhalten und technische Übertragbarkeit sind nicht automatisch dasselbe. Eine Seite kann innerhalb einer Plattform übertragen werden, ohne dass sich alle Funktionen in ein anderes System exportieren lassen.

6. Baukasten, WordPress oder individuelle Entwicklung?

Die Technik allein sagt wenig darüber aus, ob Ihre Website Angehörigen und Pflegekräften hilft. Ein sorgfältig eingerichteter Baukasten kann die Aufgabe erfüllen. Eine individuell programmierte Website kann trotzdem schlecht lesbar sein oder ein unbrauchbares Formular haben.

Ich würde die Plattform deshalb anhand Ihres Alltags auswählen. Können Sie Stellen selbst ändern? Kann eine Vertretung Inhalte übernehmen? Lassen sich die benötigten Formulare und Verbindungen umsetzen? Wer ist für Updates, Sicherungen und Fehler zuständig?

Bei einer betreuten Plattform übernimmt der Plattformanbieter einen Teil des technischen Betriebs. Welche Funktionen und Exportmöglichkeiten verfügbar sind, hängt vom konkreten Produkt und Tarif ab. Bei einem selbst betriebenen System müssen Sie diese Zuständigkeiten anders organisieren. Individuelle Entwicklung braucht zusätzlich jemanden, der den Aufbau später versteht und pflegt.

Auch mit KI lässt sich eine Seite schneller erstellen. Das kann bestimmte Umsetzungsschritte erleichtern. Die fachlichen Angaben, Bildrechte, Kontaktwege und tatsächliche Bedienbarkeit müssen trotzdem geprüft werden. Für Ihren Angebotsvergleich zählt die überprüfte fertige Leistung und ihre Betreuung, nicht das verwendete Schlagwort.

7. Wo Sie sparen können und wo Nacharbeit droht

Den Bestand prüfen, bevor alles ersetzt wird

Eine neue Farbe, ein besserer Leistungsbereich und ein verständlicherer Kontaktweg benötigen nicht automatisch einen vollständigen Relaunch. Wenn Technik, Inhalte und Bearbeitung grundsätzlich funktionieren, kann eine gezielte Überarbeitung sinnvoll sein.

Bitten Sie deshalb um eine Bestandsprüfung: Was funktioniert bereits? Was fehlt konkret? Welche Änderung löst welches Problem? Ein neues Design kann helfen, ist aber keine Erklärung dafür, warum jemand die benötigte Leistung bisher nicht findet.

Den ersten Umfang bewusst begrenzen

Eine Einrichtung mit mehreren Angeboten muss nicht jedes künftige Thema am ersten Tag ausführlich abbilden. Beginnen Sie mit den tatsächlich benötigten Leistungsseiten, Kontaktwegen und offenen Stellen. Planen Sie spätere Ergänzungen so, dass nicht jedes Mal die gesamte Navigation umgebaut werden muss.

Begrenzen bedeutet dabei nicht, wichtige Informationen wegzulassen. Wenn Ihre Tagespflege ohne Erklärung von Fahrdienst, Besuchstagen und erstem Kennenlernen kaum verständlich ist, gehört diese Erklärung zur Aufgabe. Eine zusätzliche dekorative Animation darf dagegen warten.

Inhalte vor dem Einbau fachlich prüfen

Lassen Sie die zuständigen Personen Leistungen, Einzugsgebiete und Arbeitgeberangaben gemeinsam freigeben. So werden aus voneinander abweichenden Aussagen nicht mehrere widersprüchliche Unterseiten. Besonders bei neuen Standorten ist das mehr wert als eine weitere Designdiskussion.

8. Datenschutz und Barrierefreiheit als konkreten Umfang vereinbaren

Auf einer Pflegewebsite können Menschen sensible Angaben machen. Klären Sie deshalb vor dem Aufbau, welche Informationen der erste Kontakt wirklich benötigt und wie diese bearbeitet werden. Eine allgemeine Kontaktanfrage muss nicht bereits die vollständige Versorgungssituation abfragen.

Lassen Sie sich bei externen Videos, Karten und Messwerkzeugen zeigen, wann der Dienst geladen wird und wie erforderliche Einwilligungen umgesetzt sind. Testen Sie auch die Ablehnung: Kontaktinformationen und wichtige Inhalte sollten weiterhin nutzbar sein. Bei einem Video kann ein lokales Vorschaubild mit gezielter Freigabe den Inhalt ersetzen, bis der Nutzer zustimmt. Auch Zuständigkeiten für Datenschutztexte und deren fachliche Prüfung gehören ins Angebot. Ein pauschales Etikett wie „rechtssicher“ erklärt diese Aufgaben nicht.

Bei Barrierefreiheit sollten Sie ebenfalls konkret werden: Lassen sich Navigation und Formulare mit der Tastatur bedienen? Sind Beschriftungen verständlich? Bleibt Text beim Vergrößern nutzbar? Sind Kontraste und Rückmeldungen bei Fehlern ausreichend?

Nicht jede Unternehmenswebsite fällt automatisch unter das BFSG. Relevant können insbesondere digitale Dienstleistungen sein, die auf einen Verbrauchervertrag zielen. Die Definition steht in § 2 Nummer 26 BFSG. Eine reine Darstellung von Leistungen ist anders zu prüfen als eine Online-Buchung. Lassen Sie den konkreten Ablauf fachkundig einordnen, statt jedes Kontaktformular pauschal gleichzusetzen.

Für Dienstleistungen gibt es die Ausnahme für Kleinstunternehmen nach § 3 Absatz 3 BFSG. Gemeint sind nach § 2 Nummer 17 Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und entweder höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder höchstens zwei Millionen Euro Jahresbilanzsumme. Prüfen Sie die Voraussetzungen für Ihr Unternehmen. Unabhängig von der Ausnahme sollte im Angebot stehen, welche Bedienbarkeit umgesetzt und wie sie geprüft wird.

Gut lesbare und bedienbare Seiten sind für Angehörige und Pflegebedürftige unabhängig davon sinnvoll. Die rechtliche Einordnung ersetzt keine vernünftige Gestaltung.

9. Diese Fragen machen Angebote vergleichbar

Schicken Sie allen angefragten Anbietern dieselbe kurze Beschreibung: Leistungen, Standorte, Zielgruppen, vorhandene Inhalte, gewünschte Kontaktwege und bestehendes System. Bitten Sie anschließend um klare Antworten:

  • Welche Seiten und Funktionen werden konkret erstellt?
  • Wer recherchiert, schreibt und prüft die Texte?
  • Welche Fotos oder Videos sind vorhanden, welche Produktion ist enthalten?
  • Welche Formulare werden gebaut und wohin werden die Anfragen übergeben?
  • Welche Korrekturrunden und fachlichen Abstimmungen sind eingeplant?
  • Was passiert mit vorhandenen URLs, Domain und E-Mail?
  • Welche monatlichen und jährlichen Gebühren kommen hinzu?
  • Welche Änderungen und Reaktionszeiten deckt eine Betreuung ab?
  • Welche Zugänge, Rechte und Übergabemöglichkeiten erhält unser Betrieb?
  • Woran prüfen wir gemeinsam, dass die Website fertig ist?

Lassen Sie sich den letzten Punkt vorführen. Öffnen Sie die Seite auf einem Handy, suchen Sie eine konkrete Leistung und eine konkrete Stelle. Prüfen Sie mit einem abgestimmten Test, ob die Anfrage beim richtigen Ansprechpartner ankommt. Ein Screenshot der Startseite belegt das noch nicht.

Was bleibt bei Ihrem Pflegebetrieb?. Domain. Inhalte. Zugänge. Weiterbetrieb
Klären Sie vor der Beauftragung, welche Rechte, Dateien und Zugänge Sie erhalten und wie ein späterer Wechsel oder Weiterbetrieb möglich ist. Bild zum Vergrößern antippen.

Wann hat sich eine neue Website gelohnt?

Zwei Bewerbungen oder mehrere Kontaktformulare sind noch keine Wirtschaftlichkeitsrechnung. Vielleicht passen die Anfragen nicht zu Ihrem Einzugsgebiet. Vielleicht wird eine Pflegekraft eingestellt, die ohnehin über eine Empfehlung gekommen wäre. Vielleicht spart das Büro Zeit, weil Angehörige den Ablauf besser verstehen.

Legen Sie deshalb vor dem Projekt fest, was sich verbessern soll. Dabei hilft auch unsere Arbeitsvorlage für das Marketingkonzept. Zum Beispiel: weniger unpassende Anfragen, verständlichere Stelleninformationen oder ein zuverlässig funktionierender Kontaktweg. Prüfen Sie danach sowohl die Nutzung der Website als auch die tatsächlich bearbeiteten Vorgänge. Rechnen Sie nicht jeden Umsatz Ihres Betriebs der neuen Website zu.

Wenn Sie Ihre vorhandene Seite einschätzen lassen möchten, können wir sie im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam ansehen. Die erste Frage ist dabei, was Ihre Website leisten soll und was davon heute bereits funktioniert. Erst dann sprechen wir über den sinnvollen Umfang.

Häufige Fragen zu Website-Kosten für Pflegedienste

Wie viel sollte ein kleiner Pflegedienst für eine Website einplanen?

Die genannten Einzelangebote zeigen beispielsweise 1.490 Euro netto für eine einzelne Seite und 2.480 Euro netto für mehrere Seiten. Monatsangebote starten bei etwa 49 Euro zuzüglich Einrichtung, deren Bedingungen zu klären sind. Addieren Sie Betrieb, Änderungen, Steuern und interne Arbeit. Die Beispiele sind keine allgemeine Preisspanne und keine Garantie für Ihren konkreten Umfang.

Sind Hosting und Wartung dasselbe?

Nein. Hosting stellt den technischen Betrieb bereit. Wartung kann je nach Vereinbarung beispielsweise Updates, Sicherungen und Fehlerbehebung umfassen. Inhaltliche Änderungen sind wiederum eine eigene Aufgabe. Manche Pakete bündeln diese Leistungen, andere rechnen sie getrennt ab.

Braucht der Karrierebereich eine eigene Internetadresse?

Nicht zwingend. Wichtig ist ein eigener verständlicher Weg für Bewerber. Ob er innerhalb der Unternehmenswebsite oder auf einer gesonderten Seite umgesetzt wird, hängt von Bestand, Kampagnen und benötigten Funktionen ab. Die Karriereseite hat eine andere Aufgabe als die Leistungsinformation für Angehörige.

Muss eine ältere Website komplett neu gebaut werden?

Das Alter allein entscheidet nicht. Prüfen Sie Bedienbarkeit, Inhalte, Kontaktwege, technische Betreuung und Änderungsmöglichkeiten. Wenn die Basis passt, kann eine gezielte Verbesserung sinnvoller sein als ein vollständiger Ersatz.

Sind Suchmaschinenoptimierung und Werbung im Website-Preis enthalten?

Nur soweit ausdrücklich vereinbart. Ein technisch sauberer Aufbau und passende Seitentitel sind andere Aufgaben als laufende Recherche, neue Inhalte oder bezahlte Anzeigen. Fragen Sie nach den konkreten Leistungen. Ein fertiger Internetauftritt garantiert keine Platzierung und keine bestimmte Zahl an Anfragen.

Braucht Ihre Website einen Neubau oder gezielte Verbesserungen?

Wir prüfen den Bestand und besprechen, welche Aufgaben Ihr Internetauftritt für Angehörige und Pflegekräfte erfüllen soll.

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Quellen und weiterführende Informationen

Autor
Christian Wolfram
Gründer & Geschäftsführer bei Wolfram Digital
Christian Wolfram verbindet praktische Pflegeerfahrung mit fundierter psychologischer Expertise. Als gelernter Gesundheits- und Krankenpfleger und Absolvent der Psychologie (B.Sc.) kennt er die Engpässe der Branche genau.
Dieses Wissen nutzt er, um Pflegeunternehmen mit gezielten digitalen Strategien bei der Mitarbeitergewinnung und dem Aufbau einer starken Arbeitgebermarke zu unterstützen.
Er blickt auf langjährige Erfahrung im digitalen Recruiting (seit 2018) sowie Online-Marketing (seit 2015) zurück.